E-Plus will UMTS im Alleingang
KPN-Vorstand widerspricht Spekulationen über mögliche Fusion mit O2.
"Wir machen das alleine", sagte KPN-Finanzvorstand Maarten Henderson gegenüber der Financial Times Deutschland und widersprach damit Spekulationen über ein Zusammengehen von E-Plus mit einem Konkurrenten beim Aufbau des UMTS-Netzes. Solche Gespräche gebe es nicht und die Business-Pläne sehen vor, dass E-Plus UMTS ohne Hilfe stemme, so Henderson.
Branchenbeobachter hatten die Abschreibungen für UMTS-Lizenzen in Deutschland und Belgien beim niederländischen Telecom-Konzern KPN als Vorzeichen für eine mögliche Fusion der deutschen Unternehmenstochter E-Plus mit einem Mitbewerber begrüßt. "E-Plus und O2 hübschen sich für eine Fusion auf", lautete mancher Kommentar -- war doch bislang der Wert der Lizenzen in den Büchern das größte Hindernis dafür. In Deutschland hatte der Eintritt in den erlauchten Club der UMTS-Lizenzinhaber rund 8,5 Milliarden Euro gekostet -- sehr viel weniger in Belgien und in den Niederlanden. Sollten zwei Lizenznehmer zusammengehen, müssten sie eine Lizenz zurückgeben. Doch durch die nun vorgenommene Abschreibung käme KPN der anstehenden Wertberichtigung bei einer Fusion zuvor. O2 hat seine Lizenz bereits abgeschrieben.
FĂĽr E-Plus wird es nun ein Kraftakt, mit seinen rund sieben Millionen Kunden die teure Mobilfunktechnologie UMTS alleine zu stemmen. Der deutsche Markt gilt als besonders schwierig, da die MarktfĂĽhrer T-Mobile und Vodafone 80 Prozent der Kunden unter sich aufteilen. (tol)