Investmentfirma übernimmt Onlinehändler Adori
SPS hält seit kurzem 53 Prozent der Stimmrechtsanteile und wird demnächst ein Angebot auf Erwerb aller Adori-Aktien abgeben.
Der Onlineshop-Anbieter Adori ist mehrheitlich von der SPS Vermögensverwaltung GmbH aus Frankfurt/Main übernommen worden. SPS halte seit kurzem 53 Prozent der Stimmrechtsanteile und werde ein Angebot auf Erwerb aller Adori-Aktien abgeben, teilte das Frankfurter Unternehmen am Dienstag mit. Der Regensburger Internet-Dienstleister Adori AG hat Ende 2001 sein aktives Geschäft eingestellt, verfügt aber noch über mehr als 26 Millionen Euro aus dem Börsengang. Die Firma besteht inzwischen nur noch aus einem Vorstand sowie einer Mitarbeiterin.
Adori hatte Internet-Shops für Fremdfirmen betrieben, im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft allerdings die Verträge mit allen 19 Partnern gekündigt. Anfang 2002 gab dann Adori-Gründer Stefan Kreidl überraschend seinen Vorstandsposten auf, die meisten der ehemals 50 Mitarbeiter waren zu diesem Zeitpunkt bereits entlassen. Bei der Hauptversammlung vor einem Monat lehnten die Adori-Aktionäre dennoch eine Auflösung des Unternehmens ab. Hauptaufgabe von Alleinvorstand Martin Kagerer war daher nur die Verwaltung des restlichen Vermögens.
Wegen der Krise bei dem vor drei Jahren gegründeten und vor zwei Jahren an die Börse gegangenen Unternehmen war der Adori Aktienkurs von ehemals mehr als zehn Euro auf zeitweise weit unter zwei Euro abgestürzt. In den vergangenen Wochen erholte sich der Kurs leicht auf zuletzt 2,43 Euro. Nähere Auskünfte zum Hintergrund des Engagements bei Adori waren am Dienstag zunächst nicht zu erhalten. Die Frankfurter Vermögensverwaltung ist zuletzt beim Erwerb der Richtfunkgesellschaft ArcTel von Arcor in Erscheinung getreten. (dpa / (anw)