Mit Copyright gegen Spam

Das kalifornische Startup-Unternehmen Habeas propagiert einen neuen Weg, E-Mail-Verbindungen frei von unerwĂĽnschten Werbesendungen zu halten.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Das kalifornische Startup-Unternehmen Habeas propagiert einen neuen Weg, E-Mail-Verbindungen frei von unerwünschten Werbesendungen zu halten. Die so genannte Sender Warranted E-Mail (SWE, Absender-verbürgte Mail) baut auf Software, die jede damit verschickte Mail als nützliche Sendung kennzeichnet. Sendungen mit diesem Siegel sollen bei darauf eingestellten Empfängern unabhängig vom Inhalt nicht mehr Gefahr laufen, als Spam aussortiert zu werden.

Der "Passierschein" besteht aus einigen Header-Zeilen, die für den Empfänger normalerweise unsichtbar bleiben, aber theoretisch leicht durch Spammer zu fälschen wären. Der Trick, warum das nicht passieren soll, basiert ausnahmsweise einmal nicht auf Technik: Vielmehr verweist Habeas darauf, dass die maßgeblichen Zeilen zusammen ein Copyright-geschütztes Gedicht ergeben, dessen Verbreitung die Teilnehmer des SWE-Systems individuell lizenzieren müssen. Wer dieses Gedicht unautorisiert versendet, muss mit Anklage wegen Copyright-Verletzung rechnen -- eine höheres Risiko als durch unsichere Prozesse wegen E-Mail-Missbrauchs. Freilich wirkt auch diese Drohung nur, wenn man den Urheber der illegitimen Mails trotz gefälschter Absenderangaben identifizieren kann.

Privatleuten und Internet-Providern will das Unternehmen den Zugang zum beschriebenen Verfahren kostenlos gewähren. Firmen sollen dafür pauschal 200 US-Dollar pro Jahr zahlen. Massen-Mailer, die sich durch korrekte Arbeitsweise für die Verwendung der SWE-Markierung qualifizieren, sollen bis zu 3000 Dollar pro Monat berappen, bei einer Rate von einem Cent je E-Mail. (hps)