Consors peilt nach Verlustjahr fĂĽr 2002 Gewinnschwelle an (Update)

Der zum Verkauf stehende Internet-Wertpapierhändler Consors peilt nach hohen Verlusten 2001 in diesem Jahr wieder die Gewinnschwelle an.

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  • dpa

Der zum Verkauf stehende Internet-Wertpapierhändler Consors peilt nach hohen Verlusten 2001 in diesem Jahr wieder die Gewinnschwelle an. "Wir halten an dem Ziel fest, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben", sagte der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Consors Discount Broker AG, Karl Matthäus Schmidt, am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz für 2001. Im Großen und Ganzen werde auch 2002 für Consors ein schwieriges Jahr bleiben, unterstrich Schmidt. "Ich halte aber eine Aufhellung in der zweiten Jahreshälfte für möglich", fügte er hinzu.

Die schwer angeschlagene SchmidtBank, die knapp 65 Prozent an Consors hält, will den Online-Broker verkaufen. Das Bieterverfahren soll bis Ende März abgeschlossen sein. Zum aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen wollte sich Schmidt nicht äußern. Nach früheren Informationen haben die Commerzbank, der US-Onlinebroker E-Trade sowie die französischen Großbanken BNP Paribas und Société Générale Gebote eingereicht.

Der Verlust der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern belief sich im Konzern auf 212,8 Millionen Euro, im Vorjahr war es ein Gewinn von 28,3 Millionen Euro. Nach Steuern lag der Verlust bei 135,1 Millionen Euro; im Vorjahr fiel ein Gewinn von 22,8 Millionen Euro an. Vom Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Steuern entfallen 9,6 Millionen Euro auf konzernfremde Gesellschaften. Der Jahresfehlbetrag beläuft sich damit auf 125,5 Millionen Euro, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss von 17 Millionen anfiel.

Als Grund für den starken Gewinneinbruch sieht der Consors-Chef vor allem die Börsenflaute. "Mehr war angesichts des schwachen Börsenjahres nicht drin", unterstrich Schmidt. So sei die Zahl der Wertpapierkäufe und -Verkäufe in 2001 von 12,3 Millionen auf 7,4 Millionen zurückgegangen. Insgesamt habe das schwierige Börsenumfeld Spuren in allen Segmenten hinterlassen, berichtete Schroeder-Wildberg. Trotz der Verluste verfüge Consors mit 329 Millionen Euro aber weiterhin über eine ausreichende Kapital-Decke. Die Zahl der Kunden stieg bis Ende 2001 um rund 40.000 auf 566.000.

Angaben zur Zukunft des zum Verkauf stehenden Discountbrokers lehnte Schmidt ab. So stelle sich derzeit auch nicht die Frage, ob er auch nach der Consors-Übernahme noch das Unternehmen leiten werde. "Die Frage konzentriert sich derzeit auf das Verkaufskonzept. Wie das im Vorstand nach dem Verkauf ausschaut, wird sich zeigen, wenn der Verkäufer feststeht", sagte der Firmenchef und Consors-Gründer. Consors selbst sieht Schmidt nach dem im Vorjahr eingeleiteten Kosteneinsparungsprogramm auf gutem Kurs. "Wir haben ohne Zögern den Consors-Baum auf die künftige Entwicklung zurechtgestutzt", betonte er. Eingespart worden sei neben so genannten externen Dienstleistungen auch beim Personal. Zum Jahreswechsel verringerte das Unternehmen die Zahl der Arbeitsplätze von 916 auf 773. (dpa) / (jk)