Kanada will Privatkampf gegen Kinderpornografie im Netz beenden
Nach einer von der kanadischen Regierung geplanten Gesetzesänderung ist auch der Zugriff auf Kinderpornografie verboten.
Im Kampf gegen Kinderpornografie hat die kanadische Regierung eine nicht unproblematische Gesetzesnovellierung vorgeschlagen, die inzwischen das Parlament passiert hat und nur noch eine dritte Lesung im Senat benötigt, um wirksam zu werden. Nach den Veränderungen des Criminal Law Amendment Act, 2001 würde es auch für Privatpersonen und Organisationen heikel werden, Kinderpornografie im Netz aufzuspüren und diese den Behörden zu melden. Nicht nur der Besitz, die Übertragung im Internet und das Produzieren von kinderpornografischem Material wird dann strafbar sein, sondern auch das Aufspüren verdächtiger Sites und das Weiterleiten von entsprechenden Hinweisen an die Sicherheitsbehörden. Verboten -- und mit einer Strafe bis zu fünf Jahren belegt -- ist auch der Zugriff auf Websites, wenn der Internetbenutzer "weiß", dass er über diesen Zugriff Kinderpornografie sehen wird.
Kanadas Sicherheitsbehörden wollen damit den "Privatkampf" gegen Kinderpornografie beenden. Sgt. Matthews von der Spezialeinheit "Project P" erklärte dazu, dass die Polizei ja auch nicht die Menschen aufordere, "Drogen zu kaufen, um dann die Dealer zu überführen". Überdies würden Täter sich auch damit herausreden wollen, dass sie nur Recherchen durchführen, während ihre Festplatte voller Kinderpornografie sei. (Brigitte Zarzer)
Mehr in Telepolis: Kinderpornografie: Privatdetektive unerwĂĽnscht. (fr)