Internet-Dienstleister GFT plant zurückhaltend für 2002

Das Unternehmen, das unter anderem für die Post die "elektronische Briefmarke" entwickelt, erwartet für das laufende Jahr kein Wachstum.

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  • dpa

Nach einem schwierigen Jahr 2001 plant der Internet-Dienstleister GFT das neue Geschäftsjahr mit Zurückhaltung. Die GFT Technologies AG (St. Georgen, Schwarzwald-Baar-Kreis) erwarte kein Wachstum und strebe einen Umsatz von 230 Millionen Euro an, sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Dietz bei der Bilanzvorlage am heutigen Mittwoch in Stuttgart. Nach einem Gewinn von 1,67 Millionen Euro im Jahr 2000 machte das seit Juni 1999 am Neuen Markt notierte Unternehmen im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Euro Verlust. "2001 sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Dietz. In diesem Jahr soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von knapp 4 Millionen auf 20,8 Millionen Euro in die Höhe schnellen.

Positiv habe sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die Übernahme der emagine-Gruppe, die freie IT-Experten an Großunternehmen vermittelt, ausgewirkt, sagte Dietz. Mit Hilfe des seit 1. August konsolidierten Unternehmens habe GFT seine Umsatzprognose von 144 Millionen in 2001 um knapp vier Millionen übertroffen. Bei einer ganzjährigen Konsolidierung von emagine wären 228 Millionen Euro Umsatz erreicht worden, erläuterte Finanzvorstand Markus Kerber.

Betrachtet man die Ergebnisse auf der Basis des Altkonzerns, also ohne emagine, gingen die Erlöse 2001 um knapp eine Million auf 85 Millionen Euro zurück. Etwa ein Fünftel der Umsätze erwirtschaftete GFT im Ausland. Die Unternehmensgruppe mit Sitz im Schwarzwald ist weltweit an 22 Standorten vertreten, unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Ungarn und in den USA. Das Engagement in Großbritannien soll laut Dietz weiter ausgebaut werden.

Der Vorstandsvorsitzende betonte, das Konzernergebnis sei vor allem durch überproportional hohe Personalkosten belastet worden. Zu Beginn des Jahres 2001 habe GFT 150 neue Mitarbeiter eingestellt, die dann nicht produktiv eingesetzt werden konnten, weil zwei Großkunden umfangreiche Projekte stoppten. Derzeit beschäftige GFT mit 1.337 Mitarbeitern 611 mehr als zum Jahresbeginn 2001. Nach dem Willen des Vorstandes sollen schon Ende 2002 weitere Stellen geschaffen werden.

Zu den Großkunden und -aktionären der GFT zählen die Deutsche Bank und die Deutsche Post. So entwickelte der IT-Dienstleister etwa die elektronische Briefmarke Stampit für die Deutsche Post. Ein Viertel der GFT-Aktien hält die Deutsche Bank, die Deutsche Post 12 Prozent. (dpa) / (jk)