Leistungszentren für Forschungsinformation geplant
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft will die Informations-Infrastrukturen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessern.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die mit jährlich 1,2 Milliarden Euro die Forschung an Universitäten finanziert, kurbelt den Wettbewerb um innovative Konzepte des wissenschaftlichen Informationsmanagements an: Neue "Leistungszentren für Forschungsinformation" sollen das weltweit entstehende Wissen besser erschließen und zur professionellen Vermarktung und Verbreitung der Wissensproduktion an den deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen beitragen.
Beim Aufbau dieser Leistungszentren konzentriert sich die DFG zunächst auf zwei Bereiche: Im Schwerpunkt "Integriertes Informationsmanagement an den Hochschulen" ist die Entwicklung neuer Modelle in der Zusammenarbeit von Bibliothek, Rechenzentrum, Medienzentrum und Fachbereichen beabsichtigt. Das Ziel ist eine Stärkung des Dienstleistungsgedankens bei der Versorgung der Wissenschaftler mit Informationen.
Der zweite Schwerpunkt mit dem Arbeitstitel "Text- und Datenzentren" konzentriert sich auf die Sicherung und Bereitstellung der in der Forschung gewonnenen Ergebnisse. Dazu gehören insbesondere die Primärdaten und -quellen, wie beispielsweise Felderhebungen, statistische Untersuchungen oder Messreihen, die auf Grund ihres Umfangs meist nicht in die Publikation der Resultate aufgenommen werden. Über das Internet lässt sich der Zugriff auf die Quelldaten auch langfristig für Forschung und Lehre verfügbar halten.
Die Ausschreibungsfrist zum Aufbau solcher Leistungszentren läuft noch bis zum 1. November, Interessenten sollten aber bis zum 1. September eine Absichtserklärung zur Teilnahme abgegeben haben.
Mit den Umbrüchen des wissenschaftlichen Informations- und Publikationswesen im Zeitalter des Internet und des elektronischen Publizierens beschäftigt sich c't in den Artikeln Ein Netz im Netz der Netze und E-Publish or Perish auf S. 80 und S. 84 der Ausgabe 18/2002 (ab Montag, den 26. August, im Handel). (Richard Sietmann) / (jk)