Tiscali macht Milliardenverlust

Der italienische Internetanbieter, der in ganz Europa Provider aufkaufte, musste hohe Abschreibungen verbuchen.

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Der Internetanbieter Tiscali musste im vergangenen Jahr einen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 170,4 Millionen Euro verbuchen, trotz einer Umsatzsteigerung von 173,1 Millionen auf 635,7 Millionen Euro. Im Jahr 2000 hatte der EBITDA-Verlust noch 43,1 Millionen Euro betragen. Insgesamt kam im Jahr 2001 allerdings ein Verlust von 1,664 Milliarden Euro zustande -- Ursache seien vor allem Abschreibungen auf Beteiligungen in Höhe von 806 Millionen Euro gewesen, teilte Tiscali laut dpa auf der Bilanzpressekonferenz in Rom mit. Dazu haben Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 202 Millionen Euro das Ergebnis weiter belastet.

Tiscali hat nach eigenen Angaben in Europa mit 7,3 Millionen Kunden nun einen Marktanteil von 16 Prozent. Die Nutzer waren allein im vierten Quartal 2001 zusammen 10,4 Milliarden Minuten online. Die Tiscali-Homepage verzeichnete 14,7 Millionen Visits. Im Februar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es sich in diesem Jahr auf "organisches Wachstum" sowie auf die "europaweite Profilierung des Markennamens" konzentrieren will. Im vergangenen Quartal konnte das italienische Unternehmen, das in ganz Europa unter den Internet-Providern auf Einkaufstour war, seinen EBITDA-Verlust auf 7 Millionen Euro eindämmen. (anw)