Vodafone bekommt Probleme wegen Deutschland-Geschäft
Nach einer als Gewinnwarnung interpretierten Korrektur der Gewinnerwartungen in Deutschland und Italien ist die Aktie des britischen Mobilfunkriesen unter Druck.
Nach einer von Investoren als Gewinnwarnung interpretierten Korrektur der Gewinnerwartungen in Deutschland und Italien ist die Aktie des britischen Mobilfunk-Konzerns Vodafone auf einen Rekord-Tiefstand gefallen. Bei der Börseneröffnung am Freitag notierte die Vodafone-Aktie am Freitag an der Börse in London zeitweilig unter einem Pfund (1,6 Euro). Der Sturz um mehr als acht Prozent wurde von Analysten auf die Veröffentlichung eines Bewertungsgutachtens für das geplante Herausdrängen (Squeeze Out) der alten Mannesmann-Aktionäre aus der Vodafone AG zurückgeführt.
In dem Gutachten heiĂźt es, bei D2 (Deutschland) und Omnitel (Italien) sei bei einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro fĂĽr 2002/03 mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von sechs Milliarden Euro zu rechnen. Analysten waren bisher von 6,5 Mrd Euro ausgegangen. Bis zum Jahr 2006 werde der EBITDA auf 9,4 Mrd Euro ansteigen. Ein Vodafone-Sprecher sagte, diese Zahlen bedeuteten keine Korrektur der bisherigen Wachstumserwartungen. Ein Londoner Analyst meint hingegen: "Das sind keine guten Nachrichten."
Die Vodafone-Aktie kostete zum Höhepunkt des Booms in der Telekommunikation Anfang des Jahres 2000 knapp vier Pfund. Vodafone hatte vor zwei Jahren Mannesmann nach einer spektakulären Übernahmeschlacht übernommen. Nach weiteren Prognosen des Unternehmens soll die Zahl der Mobilfunkkunden in Deutschland und Italien in den kommenden vier Jahren von rund 35 Millionen zum Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 auf knapp 44 Millionen ansteigen. (dpa) / (jk)