Elektronische Fesseln für junge Straftäter
Das britische Innenministerium will mit dem elektronisch überwachten Hausarrest die steigende Jugendkriminalität bekämpfen.
Der britische Innenminister David Blunkett hat angekündigt, dass Jugendliche, die schwerer Straftaten verdächtigt werden, elektronische Fesseln bis zum Beginn ihres Prozesses erhalten sollen, wenn sie auf Kaution aus der Untersuchungshaft freigelassen wurden. Die Maßnahme soll Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16 Jahren betreffen, die etwa des Raubs, des Diebstahls oder sexueller Gewalt beschuldigt werden.
Die Richter können über den auf Kaution in Freiheit befindlichen Angeklagten einen Hausarrest verhängen. Mit der elektronischen Fessel soll eine damit beauftragte private Sicherheitsfirma die Einhaltung des Ausgehverbots überwachen. Die jugendlichen Angeklagten sollen vom Begehen neuer Straftaten abgehalten und die teilweise überfüllten Erziehungsheime entlastet werden. Zudem will Blunkett damit signalisieren, dass es für das britische Justizsystem keine "Untouchables" gibt, auch wenn sie gerade erst 12 Jahre sind. Blunkett reagiert mit dieser Maßnahme auf die zunehmende Kriminalität. Allein in London hat die Straßenkriminalität gegenüber dem Vorjahr um 49 Prozent zugenommen. Ab April wird die Maßnahme in einigen Bezirken getestet und soll dann schon im Juni auf ganz England und Wales ausgedehnt werden. Das Ministerium rechnet damit, dass im ersten Jahr 1.800 Jugendliche an die elektronische Fessel gelegt werden, insgesamt können bis zu 6.000 Fesseln ausgegeben werden.
Mehr in Telepolis: Elektronisch überwachter Hausarrest. (fr)