Aus für die Propaganda-Abteilung des Pentagon

US-Verteidigungsminister schließt angesichts weltweiter Kritik das "Office for Strategic Influence".

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Von
  • Florian Rötzer

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld schließt das umstrittene "Office for Strategic Influence". Nachdem letzte Woche die New York Times berichtet hatte, dass die nach den Anschlägen vom 11. September vom Pentagon gegründete Abteilung plane, für die Zwecke der Propaganda auch gefälschte Informationen in Umlauf zu bringen, wurde weltweit scharfe Kritik laut. Der als Leiter der neuen Abteilung berufene Simon Worden von der Luftwaffe hatte verlauten lassen, dass man im Rahmen der "Informationsoperationen" plane, auch geheime Operationen zu unternehmen und das Internet einzusetzen, um gezielt Desinformationen im Ausland zu verbreiten.

Das US-Verteidigungsministerium versicherte, dass man natürlich weiterhin die Wahrheit sagen und lediglich "taktische Täuschungen" ausführen wolle, um den Feind bei militärischen Aktionen auszutricksen. Unter "strategischen Informationen" will Verteidigungsminister Rumsfeld beispielsweise das Abwerfen von Flugblättern oder das Senden von Radioprogrammen in Afghanistan verstehen, um dadurch die Bevölkerung über "humanitäre Hilfe" oder den Unterschied zwischen Streubomben und Lebensmittelpaketen zu informieren.

Gestern sagte Rumsfeld, die meisten Kommentare und Berichte in den Medien seien zwar unrichtig und übertrieben gewesen, dennoch habe aber die Abteilung dadurch so großen Schaden erfahren, "dass sie nicht mehr effektiv arbeiten könnte". Man werde zwar weiterhin die Botschaft des Pentagon ins Ausland bringen, aber nicht mehr durch das "Office for Strategic Influence".

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