Firmengründer schließt "kalte Übernahme" von MobilCom aus
MobilCom-Gründer Gerhard Schmid geht davon aus, dass das angeschlagene Telecom-Unternehmen in den nächsten Wochen gerettet wird.
MobilCom-Gründer Gerhard Schmid geht davon aus, dass das angeschlagene Telecom-Unternehmen in den nächsten Wochen gerettet wird. Dem Nachrichtenmagazin Spiegel sagte Schmid: "Es gibt eine Reihe von Aussagen und Terminen, an denen man ablesen kann, dass das Ende der Hängepartie unmittelbar bevorsteht."
Der MobilCom-Partner France Télécom werde "seine Verpflichtungen erfüllen und mit dem Ausbau des UMTS-Netzes fortfahren", versicherte Schmid. Die Franzosen wollen seiner Kenntnis nach die 4,7 Milliarden Euro Schulden von MobilCom übernehmen und den UMTS-Ausbau fortsetzen, für den bis Ende nächsten Jahres 1,5 Milliarden Euro reichten. Hinweise darauf, dass die Franzosen das Büdelsdorfer Unternehmen einfach abschreiben könnten, sehe er nicht: "Es gibt viele Dokumente, die belegen, dass France Télécom für die Schulden von MobilCom einstehen muss. Damit könnte ein Konkursverwalter jahrelang gegen ein Staatsunternehmen klagen."
Branchenkenner halten eine Einigung in den nächsten Tagen für eher unwahrscheinlich, weil zuvor noch eine Lösung mit den MobilCom- Lieferanten Ericsson und Nokia über Kredite von 1,1 Milliarden Euro gefunden werden muss. So lange hängt MobilCom am Tropf der Banken, die einen Großkredit über 4,7 Milliarden Euro bis Ende September verlängert haben.
France Télécom will seit Monaten von Schmid knapp 50 Prozent der Aktien des Unternehmens übernehmen, allerdings nicht zu den Bedingungen des MobilCom-Gründers. Er will 22 Euro je Aktie oder sie gegen 2,75 Aktien der France-Télécom-Tochter Orange tauschen. Seit Jahresbeginn hat die MobilCom-Aktie rund drei Viertel ihres Wertes verloren. Am Freitag ging sie bei 6,15 Euro aus dem Handel.
Schmid betonte erneut, ihm gehe es nicht ums Geld. Er wolle verhindern, dass France Télécom sich aus seiner Verantwortung stehle. "Ich will, dass aus einer kalten Übernahme von MobilCom eine geordnete wird", sagte er. Damit versuche er, den Bestand der Firma mit ihren 5500 Mitarbeitern zu retten. (dpa) / (em)