Trotz Virenflaute 2002 keine Entwarnung

Entweder sind die Virenprogrammierer fauler geworden oder die Sicherheitsexperten schlauer. Vor verheerenden neuen Epidemien blieb die Computerwelt in diesem Jahr bisher verschont.

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Von
  • Michael Kurzidim

Anscheinend waren die Viren-Programmierer in diesem Jahr besonders faul. Denn seit 1990 wachse die Virenfraktion pro Jahr durchschnittlich um 50 Prozent, nur im noch laufenden Jahr 2002 scheint sie sich bei rund fünf Prozent einzupendeln, schätzt Jimmy Kuo von Network Associates, dem Entwickler der Antiviren-Software McAfee. Trotzdem besteht kein Grund zur Entwarnung, denn immer noch tragen zwischen 0,6 und 0,7 Prozent aller E-Mail gefährliche Viren in sich.

Noch vor Jahren hatten Viren-Entwickler leichtes Spiel: Hatte ein Viren-Scanner eines der bösartigen Programme auf seine schwarze Liste gesetzt, dann genügten meist schon geringfügige Veränderungen im Sourcecode, um den Virus in einer neuen Variante wiederzubeleben und erneut sein Unwesen treiben zu lassen. Aber auch die Antivirus-Experten der Unternehmen sind schlauer geworden. Netzwerk-Administratoren gehen dazu über, verdächtige E-Mail-Attachements gleich ganz zu blockieren, denn die Mail-Anhängsel transportierten gerne gefährliche EXE-Dateien, die nach dem Mausklick unbedarfter User ihr zerstörerisches Werk begannen.

Einem Vorwurf mussten sich die Hersteller von Antiviren-Software unterdessen in letzter Zeit häufiger stellen: Wie im Fall von W32/Perrun der Behauptung, mit unnötigen Virenwarnungen Panik zu verbreiten -- vielleicht sogar, um das eigene Geschäft anzukurbeln. (ku)