Microsoft TV tritt kĂĽrzer

Auf der Konferenz der US-amerikanischen Kabelfernsehbetreiber und Telekom-Unternehmen will Microsoft seine erste eigene elektronische Programmzeitschrift vorfĂĽhren.

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Ursprünglich verfolgte der Softwareriese aus Redmond mit Microsoft TV hochfliegende Pläne. Solange das interaktive Fernsehen à la Bill Gates aber nicht aus den Startlöchern kommt, will das Unternehmen anscheinend kleinere Kuchen backen: Auf dem derzeitigen Kongress der US-amerikanischen Kabelfernsehbetreiber und Telekom-Unternehmen (NCTA) will Microsoft seine erste eigene elektronische Programmzeitschrift vorführen.

FĂĽr Microsoft ist der Fernsehmarkt offenbar schwierig. Vor kurzem war bekannt geworden, das Unternehmen wolle rund 200 Mitarbeiter in seinen Sparten fĂĽr interaktives Fernsehen und UltimateTV entlassen. Damit fror Microsoft seine Strategie ein, Kabelfernsehzuschauer kĂĽnftig mit Diensten wie Chat, E-Mail und Websurfen versorgen zu wollen. Stattdessen wolle man sich auf "low end services" konzentrieren.

Der jetzt angekündigte elektronische Programmführer wirkt im Rahmen dieser Pläne wie ein Rückschritt. Andererseits könnte Microsoft mit einem neuen Produkt versuchen, den Kabelfernsehmarkt zu erobern, zumal das Unternehmen bislang mit seiner Software für interaktives Fernsehen einige Bruchlandungen erlebte.

FĂĽr die Entwicklung elektronischer Programminformationen hatte Microsoft bislang ein Abkommen mit Gemstar, Software des MarktfĂĽhrers in diesem Bereich verwenden zu dĂĽrfen. Nun tritt der Softwarekonzern in Konkurrenz mit Gemstar. Zumindest von der Nutzerfreundlichkeit bringt die elektronische Programmzeitschrift anscheinend gute Voraussetzungen mit: Die Software reagiere flink und sei einfach zu bedienen, zitiert das Wall Street Journal einen Analysten von Forrester Research. (anw)