InfoGenie hofft auf Zustimmung für Kapitalmaßnahmen

Der tiefrote Zahlen schreibende Berliner Telefondienstleister will mit einer Kapitalherabsetzung und anschließenden Ausgabe neuer Aktien aus der Finanzkrise kommen.

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  • dpa

Der tiefrote Zahlen schreibende Berliner Telefondienstleister InfoGenie hofft auf die Zustimmung seiner Aktionäre für die geplanten Kapitalmaßnahmen. Bei einer Billigung auf der Hauptversammlung an diesem Mittwoch sei das langfristige Überleben gesichert, erklärte der Vorstand der am Neuen Markt notierten InfoGenie AG am Dienstag. Im ersten Halbjahr seien die Verluste abgebaut worden. Trotz Konjunkturschwäche sei der Vorstand zudem überzeugt, im Jahr 2003 "schwarze Zahlen" zu schreiben.

InfoGenie will mit einer Kapitalherabsetzung und anschließenden Ausgabe neuer Aktien aus der Finanzkrise kommen. Zur Sanierung hat der Vorstand den Aktionären vorgeschlagen, das Grundkapital im Verhältnis 6:1 von derzeit rund 6,35 Millionen auf rund 1,06 Millionen Euro herabzusetzen. Danach soll es durch Ausgabe neuer Aktien zu einem Ausgabepreis von 1,00 Euro wieder verdoppelt werden.

Vorstand und Aufsichtsrat gehen von einer Zustimmung der Aktionäre aus. Bereits im Juli hieß es, es gebe einen größeren Aktionär, der eine größere Tranche neuer Aktien wolle. InfoGenie gehört mehrheitlich zwei Banken, zwei Risikokapitalgebern und einem Unternehmen. Knapp 40 Prozent befinden sich in Streubesitz. Bei einem Scheitern der Kapitalmaßnahmen würde die Insolvenz drohen.

In den ersten sechs Monaten sei der Gruppenumsatz um fast 30 Prozent auf 1,62 Millionen Euro gestiegen. Der Verlust habe 1,2 Millionen Euro betragen, was 35 Prozent weniger sei als vor einem Jahr. Der Konzernumbau sei nahezu abgeschlossen, hieß es weiter. Im Juli hatte InfoGenie den Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals bekannt gegeben und auf den Verlustvortrag von 5,6 Millionen Euro aus früheren Geschäftsjahren verwiesen.

An der Börse verloren InfoGenie zum Handelsbeginn mehr als zehn Prozent und notierten bei 0,25 Euro. Das Unternehmen, das seit längerem weniger als ein Euro kostet, hatte Ende April per Gericht im Streit um die Regeln für Billigaktien vorerst einen Ausschluss vom Neuen Markt verhindert. (dpa) / (jk)