Abschreibungen kosten Heyde Hälfte des Grundkapitals

Durch Schließung von Tochterfirmen werden Abschreibungen in Millionenhöhe fällig.

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Wegen ihrer verlustträchtigen Tochterfirmen schreibt die angeschlagene Heyde AG Verluste, die die Hälfte ihres Grundkapitals aufzehren. Das Software- und Beratungsunternehmen teilte mit, es wolle daher seine Töchter in Spanien, England und Brasilien schließen. Dadurch werden Abschreibungen in Millionenhöhe fällig, die die ohnehin vorhandenen Verluste der AG über 25 Millionen Euro steigen lassen. Das Grundkapital von Heyde beträgt 49,2 Millionen Euro.

Von den Sanierungsmaßnahmen sind insgesamt rund 200 Beschäftigte betroffen. Rund 1200 Menschen arbeiten weltweit für Heyde. Die übrig bleibenden Geschäftsfelder Supply Chain und Financial Services sieht Heyde als "wachstums- und potenzialstark" an. Da die Verluste der AG nunmehr 50 Prozent des Grundkapitals übersteigen, muss der Vorstand nach deutschem Aktienrecht (§ 92des Aktiengesetzes) unverzüglich eine Hauptversammlung einberufen.

Vor etwa drei Wochen hatte das Unternehmen gemeldet, dass es 2001 auf Konzernebene seine Verluste vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen auf knapp 50 Millionen Euro verdoppelt hatte. Das Sanierungsgeschäft hätte nicht die erhofften Erfolge gebracht. Als Konsequenz für das schlechte Ergebnis trat der Vorstandsvorsitzende Dirk Wittenborg zurück. Heyde teilte weiter mit, dass eine Unternehmensberatung "im Sinne eines Managements auf Zeit aktiv in den operativen Umbauprozess involviert" sei. (anw)