Palms Frühjahrskollektion: Mehr Licht und Farbe
Zwei Neuvorstellungen sollen Palms Vorherrschaft bei PDAs sichern: Der m130 hat ein außergewöhnliches Farbdisplay, und das Highend-Modell m515 ersetzt den m505.
Statt des bisherigen Highend-Geräts m505 übernimmt ab sofort der 530 Euro teure m515 die Führung in der Kollektion des PDA-Spezialisten Palm. Der elektronische Organizer hat ein helleres Farbdisplay und mit 16 MByte doppelt so viel Speicher als der Vorgänger. Der zweite Neuzugang heißt m130 und kommt in derselben klobigen, etwas abgerundeten Form wie der m125 und kostet 375 Euro.
Die meisten "farbigen" PDAs zeigen ihre Bilder auf einem reflektiven Display, das sowohl unter voller Sonne als auch im Dunkeln mit Hilfe der Seitenbeleuchtung abgelesen werden kann. Der Palm m130 dagegen hat ein STN-Display im Gehäuse, wie man es von alten Notebooks her kennt. Wie beim m100 und beim m125 ist das Display um rund ein Viertel kleiner als sonst üblich. Trotz des etwas klobigen Gehäuses ist der PDA angenehm leicht und liegt gut in der Hand. An der Seite kommt eine SD- oder eine MultiMedia-Card unter, oben versteckt sich der Infrarot-Port.
Der m130 hat zwar keinen Flash-Speicher für Upgrades oder Backups unterwegs (auch für die sonst vorinstallierte Mail-Anwendung ist offensichtlich kein Platz), dafür ist er für 375 Euro der günstigste PDA mit Farbdisplay. Verbesserungswürdig scheint uns aber die mitgelieferte Klappe, denn die drückt auf die Shortcut-Knöpfe und kann die für ein Gerät mit Farbdisplay an sich gerade noch akzeptable Laufzeit von 4,5 Stunden reduzieren (entspricht einer typischen Nutzungsdauer von knapp einer Woche). Palm legt zur gewohnt mageren vorinstallierten Software noch einiges an Programmen dazu, darunter SMS-, WAP- und Web-Clipping-Tools, Office-Paketchen und Mail-Client.
Palm hat versucht seinen teuersten PDA m505 mit Engelszungen schön zu reden, aber es half nichts: Das Display darin blieb trübe. Wenige Monate nach der m505-Vorstellung zieht der Hersteller bereits die Konsequenz, stampft den m505 ein und stellt den Nachfolger m515 vor. Das reflektive Farbdisplay ist jetzt wesentlich heller, nicht ganz so hell und kontrastreich wie beim Compaq iPAQ, aber der Bildschirm kann jetzt endlich auch in Innenräumen überzeugen. Die Laufzeit bei voller Beleuchtung beträgt magere 3,5 Stunden, aber bei mittlerer Einstellung hält er über 7 Stunden durch (typische Nutzungsdauer 10 Tage). Und selbst bei dieser Einstellung ist das Display noch wesentlich heller als das im m505.
Palm hat im m515 den RAM-Speicher auf 16 MByte verdoppelt, aber sonst entspricht das Gerät weit gehend dem Vorgänger. Leider blieb die Beleuchtung des Graffiti-Felds beim m505 eine Eintagsfliege, denn das Nachfolgegerät hat diese sinnvolle Verbesserung nicht mehr. Der m515 ist der derzeit schlankste und leichteste PDA mit Farbdisplay. Das Software-Paket des m130 liegt auch diesem Gerät bei, sodass der Nutzer insgesamt einen Kleinrechner mit leistungsfähiger Textverarbeitung und -Anzeige bekommt. Alle Palm-PDAs außer dem m105 haben mittlerweile den Universal Connector als Anschluss für den Cradle.
Mit seinen beiden Farb-PDAs stellt Palm Geräte vor, die trotz Farbdisplay eine vergleichsweise lange Laufzeit haben. Bewegte Bilder und Audio sind für PDAs von Palm tabu, aber die einfache Bedienung der Grundfunktionen kann immer noch überzeugen. Vor allem der m130 dürfte seine Käufer finden, da er viel Farbe für wenig Geld bietet. Das neue Flaggschiff m515 ist dagegen wenig mehr als ein überfälliges Update zum m505. Einen ausführlichen Testbericht finden Sie in der Ausgabe 6/2001 von c't (ab dem 11. März im Handel). (jr)