Verein für Notrufnummer 114 zur Karten-Sperrung

Künftig sollen alle verlorenen EC- und Kreditkarten, Handys oder Ausweise über einen bundesweit einheitlichen Notruf zu sperren sein.

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  • Torge Löding

Die Gründung von "Sperr e.V. -- Verein zur Förderung eines einheitlichen Sperrzuganges elektronischer Berechtigungen" ist rechtskräftig: Damit ist der erste Schritt auf dem noch weiten Weg zu einer bundeseinheitlichen Rufnummer für das Sperren verlorener EC- und Kreditkarten, Handys, Ausweise und dergleichen getan. Die Gründungsmitglieder, neben zahlreichen Unternehmen auch der IT-Branchenverband Bitkom, wollen dafür eine kurze und prägnante Nummer wie die 114 aktivieren lassen.

Um eine solche Nummer von der Regulierungsbehörde RegTP zugesprochen zu bekommen, bedarf es der Zustimmung der Landesinnenminister oder des Bundestages. "Eine dreistellige Notrufnummer wird nur vergeben, wenn Diskriminierungsfreiheit besteht", erklärt "Sperr"-Initiator Michael Denck gegenüber heise online. Eine dreistellige Nummer als Notruf für misshandelte Frauen etwa wurde von der RegTP mit dieser Begründung abgelehnt.

"Unsere Initiative kommt bei der Wirtschaft, im Bundesinnenministerium und im Wirtschaftsministerium gut an", sagte Denck. Sinnvoll sei die Sperr-Nummer auch in Hinblick auf die digitale Signatur -- wem die Daten abhanden kommen, könnte sie über die 114 einfach sperren lassen. Denkbar ist zudem die Ausweitung der Notrufnummer auf E-Mail-Accounts.

Wer sich heute eine EC- oder Kreditkarte besorgt, bezahlt automatisch eine Gebühr für die Notrufnummern-Einrichtungen beim ZKA der Banken und Sparkassen zur Sperrung der Karte bei Verlust. Ähnlich würde auch die 114 vom Verbraucher finanziert werden. (tol)