Microsofts Datenbank gibt von sich aus Bescheid

Mit den SQL Server Notification Services will Microsoft seiner Datenbank-Engine neue Anwendungen erschlieĂźen.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Mit den SQL Server Notification Services will Microsoft seiner Datenbank-Engine neue Anwendungen erschlieĂźen. Benutzer des neuen Nachrichtendienstes sollen nun auch von auĂźerhalb in den Genuss von Meldungen kommen, die schon bisher als so genannte Database Trigger lokal einen Administrator alarmieren konnten, wenn etwa eine Inkonsistenz zwischen verlinkten Datenbanktabellen auftritt oder ein vorgemerkter Datensatz mit einem bestimmten Inhalt erfasst wird.

Die Notification Services offerieren derlei Informationen, ohne dass der Interessent regelmäßig eine eigene Datenbankabfrage mit dem entsprechenden Datenverkehr starten müsste. Das Szenario könnte etwa so aussehen: Eine Datenbank enthält für jeden Artikel, der in einem Webshop zum Verkauf steht, einen eigenen Datensatz. Dort finden sich unter anderem Informationen zum aktuellen Lagerbestand dieses Artikels. Die Überwachung des entsprechenden Vorrats könnte nun zur Aufgabe einer maßgeschneideten Datenbank-Anwendung werden, die bei Unterschreiten eines vordefinierten Mindestbestands über E-Mail, SMS, Instant Messaging oder andere Nachrichtenkanäle allen, die sich dafür interessieren, Bescheid gibt. Die Auslöser einer derartigen Meldung liefert ein so genannter Event Provider, der neben Datenbank-Tabellen auch andere Datenquellen, etwa angelieferte XML-Dokumente, auswerten kann, dabei aber vergleichsweise wenig Last auf dem Server verursachen soll.

Microsoft macht zwar stolz darauf aufmerksam, dass Firmen jetzt bei passenden Anlässen gezielte Nachrichten aus der Datenbank an Kunden und Mitarbeiter schicken können, doch hat die neue Option einen Pferdefuß: Lizenztechnisch wird nämlich jeder Abonnent eines solchen Dienstes quasi zum Datenbank-Anwender und begründet Lizenzansprüche aus Redmond. Das etwa 8 MByte große Softwarepaket kann man zwar kostenlos bei Microsoft bekommen, wann aber welche Lizenzen für Server und Nachrichtenempfänger zu erstehen sind, erfordert einiges Wissen. Microsoft hat diesem Thema nicht umsonst eine eigene FAQ im Web gewidmet. (hps)