ElcomSoft-Anwälte vermuten Verschwörung

Der russische Software-Entwickler ElcomSoft verlangt die Einstellung des Gerichtsverfahrens.

vorlesen Druckansicht 44 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • David Adamczewski

Der russische Software-Entwickler ElcomSoft hat die Einstellung des Gerichtsverfahrens wegen Verstoßes gegen das US-amerikanische Urheberrecht verlangt. Bei dem Verfahren handele es sich womöglich um eine Verschwörung gegen die russische Firma, erklärte ElcomSoft-Anwalt Igor Motsnyi gegenüber heise online. Sein Mitstreiter Joseph Burton erklärt, dass das russische Unternehmen in der Verbreitung des Advanced eBook Processor keine Verletzung des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) sehe. Zudem sei der DMCA viel zu vage formuliert.

Igor Motsnyi beteuerte gegenüber heise online erneut, dass sich das Unternehmen keiner Schuld bewusst ist. "Wir haben nichts falsches getan und kein Verbrechen begangen." Für die kommenden Tage kündigte er eine offizielle Erklärung an. Burton stellt klar, dass ElcomSoft die umstrittene Software nie direkt in den Vereinigten Staaten vertrieben habe, sondern lediglich in Russland und über das Internet.

Bereits Ende Januar 2002 kritisierte ElcomSoft unklare Formulierungen und die damit angeblich einhergehende willkürliche Auslegung. Zudem sei es fraglich, ob der DMCA auf ausländische Unternehmen, die ihre Waren im Internet anbieten, anwendbar ist.

Das Software-Unternehmen Adobe beharrt weiterhin auf seiner Klage. Der Advanced eBook Processor verletze das eigene geistige Eigentum, da er den Kopierschutz des E-Book Reader umgehe und so die illegale Verbreitung von elektronischen Büchern ermögliche. Im Falle eines Schuldspruches droht dem Unternehmen eine Geldbuße von 2,25 Millionen US-Dollar (2,62 Millionen Euro). (daa)