"Weißer Riese" IBM

Big Blue will zusammen mit Kooperationspartnern 9.000 vernetzte Waschmaschinen an US-amerikanischen Hochschulen aufstellen.

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Auch in den USA ist es anscheinend üblich, dass Studenten wochenends ihr Säcklein mit schmutziger Wäsche schnüren und damit die elterlichen Waschmaschinen füttern. IBM und USA Technologies wollen dem ein Ende machen. Zusammen haben sie ein System entwickelt, mit dem Studenten per Kreditkarte oder Handy vernetzte Waschmaschinenautomaten bedienen können, berichten US-amerikanische Medien. Die beiden Unternehmen arbeiten schon länger zusammen, zum Beispiel bei der Entwicklung von bargeldlosen Zahlungssystemen für Hotelzimmerbuchungen.

Ein Pilotprogramm am Boston College im Frühjahrssemester soll gezeigt haben, dass die Studenten den Service gerne annehmen. Nun wollen IBM und USA Technologies rund 9.000 speziell präparierte Waschmaschinen und Trockner an Universitäten und Colleges aufstellen. USA Technologies sorgt für die Zahlungsabwicklung, IBM steuert unter anderem sein Web-Know-how bei. So mutiert Big Blue zum "Weißen Riesen": Alle Geräte sollen ans Internet angeschlossen werden. Dadurch können die Benutzer am eigenen PC verfolgen, wie weit der Wasch- oder Trockenvorgang gediehen ist, auch nachträglich Waschmittel hinzufügen. Außerdem müssen sie sich nicht im Waschraum die Zeit totschlagen -- einer der Hauptgründe, warum selbst Waschen bei Studenten derart unbeliebt ist. Wenn die Wäsche durch ist, schickt die Maschine eine E-Mail.

Neben den entlasteten Eltern und ihren Zöglingen haben auch die Betreiber Vorteile: Störungen werden ihnen via Web gemeldet, sodass sie umgehend einen Servicetechniker entsenden können. Da ohne Bargeld bezahlt wird, sind die Automaten für Räuber uninteressant -- außer, sie wollen an das Waschpulver heran. (anw)