Chiphersteller ZMD auf Konsolidierungskurs
2002 werde ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, 2003 ein "größeres Plus", hieß es beim Dresdner Halbleiter-Produzenten.
Der Chiphersteller Zentrum Mikroelektronik Dresden (ZMD) ist nach raschem Wachstum auf Konsolidierungskurs. Mit einer halben Million Euro habe das Unternehmen 2001 erstmals ein leicht positives operatives Ergebnis erzielt, sagte der Vorstandschef der ZMD AG, Thilo von Selchow, am Mittwoch. 2002 werde ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, 2003 ein "größeres Plus". Der Umsatz sei im vergangenen Jahr um rund 18 Millionen Euro auf knapp 70 Millionen Euro gestiegen. 2002 solle er entgegen allgemeinem Branchentrend auf 75 Millionen Euro wachsen. Ziel sei es, den Umsatz bis 2006 auf 200 Millionen Euro zu steigern. Die Mitarbeiterzahl soll sich von rund 700 in den nächsten vier Jahren auf etwa 1000 erhöhen. ZMD habe langfristige Kundenverträge abschließen können.
"Wir wollen uns vom Lohnfertiger zum Produktunternehmer entwickeln", erläuterte von Selchow die Strategie. Die internen Umstrukturierungen seien abgeschlossen. Rund 80 Millionen Euro wurden den Angaben zufolge in Ausrüstung und Software investiert. Bis 2006 seien noch einmal Investitionen in Höhe von 150 Millionen Euro geplant. So soll laut von Selchow Mitte des Jahres mit einem Neubau unter anderem für ein Designzentrum und Verwaltung begonnen werden. Die Kosten hierfür bezifferte der Vorstandsvorsitzende mit 16 Millionen Euro.
ZMD produziert derzeit mehr als 100 verschiedene, überwiegend anwendungsspezifische Chipsätze, Speicher und Prozessoren. Sie werden beispielsweise in der Automobil- und Industrieelektronik, der Medizintechnik und für Infrarot-Schnittstellen wie in Handys und Fernbedienungen eingesetzt. Das Unternehmen war 1999 an die Sachsenring AG (Zwickau) privatisiert worden. Inzwischen hält die Beteiligungsgesellschaft Global Asic GmbH (Dresden), eine Investorengemeinschaft, mit 83,6 Prozent die Mehrheit der Anteile. Der Freistaat Sachsen ist seit kurzem mit 10 Prozent direkt beteiligt. 6,4 Prozent hält die Industriekreditbank (IKB/Düsseldorf). Die Eigenkapitalquote liege bei 60 Prozent. Den geplanten Börsengang hatte ZMD im Januar dieses Jahres "angesichts der Lage auf dem weltweiten Halbleitermarkt" für mindestens zwei Jahre aufgeschoben. (dpa) / (jk)