Marconi-Beschäftigte in Offenburg demonstrieren gegen Stellenabbau

Rund 800 Beschäftigte des britischen Telekommunikationsausrüsters haben am Mittwoch in Offenburg gegen den geplanten Abbau von 470 Stellen demonstriert.

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  • dpa

Rund 800 Beschäftigte des britischen Telekommunikationsausrüsters Marconi haben am Mittwoch in Offenburg gegen den geplanten Abbau von 470 Stellen demonstriert. Vertreter des Betriebsrates und der Industriegewerkschaft Metall kritisierten die Pläne der Geschäftsführung, die Fertigung im Marconi-Werk Offenburg zu schließen. "Dieser Stellenabbau trifft die gesamte Region", sagte Oberbürgermeister Wolfgang Bruder (SPD). Betroffen seien vor allem ältere Mitarbeiter, die nur schwer eine neue Stelle finden würden.

Vertreter des Betriebsrates äußerten die Befürchtung, dass es nach der angekündigten Streichung von 470 der derzeit 780 Stellen einen weiteren Abbau geben könnte. Eine Schließung des gesamten Werkes müsse nach wie vor befürchtet werden. Bereits seit August 2001 wird in dem Werk kurz gearbeitet.

"Dass man mit einem Federstrich vom grünen Tisch aus so vielen Menschen hier die Existenzgrundlage rauben will, macht mich betroffen", sagte Bruder. Die Landesregierung müsse sich dagegen wehren. Vertreter der IG Metall kündigten harte Verhandlungen über einen Sozialplan an. "Wir werden um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen", sagte Gewerkschaftssekretär Gustl Stockmayer.

Der Stellenabbau in Offenburg, der bis März 2003 umgesetzt sein soll, ist Teil eines weltweiten Sparprogramms des Unternehmens. Die Pläne waren am Dienstag bekannt geworden. Entlassungen soll es auch in der Deutschland-Zentrale des Unternehmens in Backnang geben, wo Vertrieb und Entwicklung angesiedelt sind. Insgesamt sollen an den vier deutschen Standorten 850 der derzeit 3000 Stellen gestrichen werden. Grund für die Entlassungen ist nach Angaben des Unternehmens die gesunkene Nachfrage nach Telekommunikationsausrüstung. (dpa) / (anw)