Pentagon sperrt ausländische Mitarbeiter aus

Das US-Verteidigungsministerium will in sensiblen Bereichen, etwa bei Software-Entwicklung und Netzwerkadministration, auf ausländische Mitarbeiter verzichten.

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Von
  • Florian Rötzer

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium will seine sensiblen Bereiche besser schützen und darum auf Mitarbeiter verzichten, die nicht die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen. Ein besonderes potenzielles Problem stellen für das Pentagon anscheinend solche Beschäftigte dar, die an PCs arbeiten und dort sensible Daten sichten können, die keine Verschlusssache sind. Dazu zählen zum Beispiel Softwareentwickler, Netzadministratoren und Lohnbuchhalter. Betroffen davon wären auch Dritt-Firmen, die ausländische Mitarbeiter bei Regierungsprojekten einsetzen.

Die Pläne, die seit den Anschlägen vom 11. September diskutiert werden, sollen innerhalb der nächsten 60 bis 90 Tage umgesetzt werden, berichten US-amerikanische Medien. Die Computerindustrie zeigt sich besorgt über die Entscheidung des Ministeriums, schließlich herrscht dort ein großer Bedarf an ausländischen Arbeitskräften. Im Jahr 2000 intervenierten US-amerikanische Hightech-Firmen beim Kongress, damit 600.000 ausländische Facharbeiter Einreiseerlaubnisse für die USA bekommen. Harris Miller, Präsident des Industrieverbands Information Technology Association, verlangt eine öffentliche Debatte zu dem Thema und eine Stellungnahme des Verteidigungsministeriums.

Murali Krishna Devarakonda von der Organisation Immigrant Support Network meint, die USA würden sich in den eigenen Fuß schießen, wenn sie ausländische Facharbeiter von Regierungsprojekten ausschlössen. Wichtiger als die Nationalität eines Menschen sei es, welchen Code er programmieren könne. Andere Kritiker meinen, die Attentäter hätten keine H-1B-Visa besessen, wie sie für eine Arbeitserlaubnis notwendig sind, sondern seien mit Touristen- und Studentenvisa eingereist. Zudem kämen nur wenige der inkriminierten Facharbeiter aus heiklen Staaten wie Saudi Arabien und Afghanistan.

Mehr dazu in Telepolis: Pentagon: Keine Ausländer mehr im IT-Bereich (Florian Rötzer) / (anw)