Konsortium um Deutsche Bank will tschechische Telekom kaufen

Angesichts nur geringer privater Konkurrenz ist die Dominanz der Cesky Telecom auf dem tschechischen Markt weiterhin unangefochten.

vorlesen Druckansicht 14 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • dpa

Ein Konsortium um die Deutsche Bank will für einen Milliardenbetrag die halbstaatliche tschechische Telefongesellschaft Cesky Telecom übernehmen. Der Zusammenschluss, zu dem auch die US-Investorengruppe Blackstone und die dänische Telefongesellschaft TDC gehören, bietet bei einer Auktion 90 Milliarden Kronen (drei Milliarden Euro) für 78 Prozent an dem früheren Monopolisten. Da die Regierung aber noch höhere Einnahmen erzielen will, sei eine Verschiebung des Verkaufs auf die Zeit nach der Parlamentswahl im Juni wahrscheinlich, hieß es am Mittwoch in Prag.

Als weitere Bewerber nannten Prager Zeitungen am Mittwoch die Schweizer Swisskom sowie die griechische OTE, deren Angebote "deutlich niedriger" liegen sollen. Die 78 Prozent setzen sich aus 51 Prozent Staatsanteilen und einem Paket von 27 Prozent des Partners TelSource zusammen. Die tschechische Regierung bekäme daher nur etwa zwei Drittel des Kaufpreises. Dies ergibt auch beim Gebot des Konsortiums um die Deutsche Bank deutlich weniger als die vom Kabinett angestrebten 80 Milliarden Kronen. Daher sei die Verschiebung der Privatisierung wahrscheinlich.

Angesichts nur geringer privater Konkurrenz ist die Dominanz der Cesky Telecom auf dem tschechischen Markt weiterhin unangefochten. Das Unternehmen mit 3,48 Millionen Kunden verbuchte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 6,1 Milliarden Kronen (rund 200 Millionen Euro). (dpa) / (jk)