Viag klagt gegen intercomm.de
Der Mobilfunkanbieter Viag-Interkom klagt um eine eingetragene Marke, die offenbar bald nicht mehr benötigt wird.
Der Mobilfunkanbieter Viag-Interkom hat Klage gegen den Betreiber der privaten Homepage intercomm.de erhoben. Mit dem Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt am Main will Viag unter Berufung auf angebliche Verletzung seiner eingetragenen Marke "Interkom" die Herausgabe der Domain erreichen. In der Klageschrift, die heise online vorliegt, geben die Viag-Anwälte einen Streitwert von 300.000 Euro an.
Bereits vor zwei Jahren hatte der Domain-Inhaber Torsten Werner eine Abmahnung von den Viag-Rechtsvertretern erhalten, die allerdings auf die sonst bei Abmahnungen üblichen Gebühren verzichteten. Heise online hatte zuvor über mehrere Abmahnfälle mit erheblichen Gebührenforderungen der Viag-Anwälte berichtet.
Aber auch die geforderte Unterlassungserklärung wollte der wissenschaftliche Mitarbeiter der TU-Dresden nicht unterschreiben. "Ich habe die Domain schon länger, als man den Mobilfunker Viag überhaupt kennt", entrüstete sich Werner gegenüber heise online. Der Dresdner hatte die Sache bereits ad acta geglaubt, als ihm in dieser Woche die Klageschrift ins Haus flatterte.
Besonders pikant daran: Der MĂĽnchener Viag-Konzern hat vor wenigen Tagen alle seine Kunden in einem Rundschreiben auf die bevorstehende Umbenennung in "O2" hingewiesen. Den Namen "Interkom" soll es demnach in KĂĽrze gar nicht mehr geben. Ob das Unternehmen nun das Gerichtsverfahren um die Marke trotzdem durchziehen will, war von Viag bis zur Stunde nicht in Erfahrung zu bringen. (tig)