Siebel stößt mit Umsatzprognose auf Skepsis
Tom Siebel, Chef des Anbieters von Kundenmanagement-Software, sieht das erste Quartal 2002 als historischen Tiefpunkt der Computer-Industrie.
Ruhigere Töne angeschlagen hat Tom Siebel, Chef von Siebel Systems, einem führenden Anbieter für Kundenmanagement-Software (CRM), auf der Anwenderkonferenz seines Unternehmens in Barcelona. "Das erste Quartal 2002 mag das historisch schlimmste für die Computerindustrie gewesen sein", verkündete der sonst eher für bulliges Auftreten bekannte Mann unter Spaniens Sonne. Die Aktien des Unternehmens fielen nach Siebels Rede an der New Yorker Börse erst einmal um zehn Prozent.
Schuld an der schlechten Lage sei die Rezession, die alle Bereiche der Wirtschaft betreffe. "Mindestens 100 bis 200 Technologiefirmen werden dieses Jahr noch schließen müssen", prophezeite Siebel. Dennoch halte seine Firma an der Aussage fest, 2002 rund 15 Prozent mehr Software zu verkaufen.
Bei vielen Analysten stößt er mit dieser Vorhersage auf Skepsis. Dow Jones Newswire zitiert Mark Murphy: Der Analyst bei der First Albany Corp. rechnet mit einem Plus von sieben Prozent beim Software-Absatz, mehr sei nicht drin. Die Aussichten für den CRM-Markt seien weiterhin schlecht. "Bis zu Gesundung der Branche ist es noch ein weiter Weg". (tol)