Tipp: Audio-Probleme bei Logic Pro am Mac vermeiden

Wenn sich Logic Pro häufig über eine "Systemüberlastung" beschwert, bleiben mehrere Wege, um Unterbrechungen in der Wiedergabe vorzubeugen.

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Frage: Hin und wieder stoppt auf meinem Mac die Audiowiedergabe in Logic Pro X. Es erscheint dann der Hinweis, das System verfüge nicht über hinreichend Leistung, alle Daten zu berechnen. In der Aktivitätsanzeige kann ich in so einem Fall aber oft beobachten, dass die CPU-Kerne nur zu 75 Prozent ausgelastet sind. Es stünde also noch Rechenleistung zur Verfügung. Wo sonst muss ich den Flaschenhals suchen?

Mac & i antwortet: Eine der zentralen Herausforderungen von Musikprogrammen wie Logic Pro X besteht darin, die digitalen Audiodaten sämtlicher Spuren in Echtzeit so zu berechnen, dass diese synchron bei der Wiedergabe ausgegeben werden.

Dazu spielt die Software die Daten zunächst in einen Puffer, der dann in einem Rutsch geleert wird. Ein kleiner Puffer resultiert in niedrigen Latenzen, belastet den Prozessor aber sehr. An dieser Stelle hilft eine potente CPU natürlich enorm.

"Die Audio-Engine konnte nicht alle Daten in der vorgegebenen Zeit verarbeiten": Gelegentlich unterbricht Logic Pro wegen "SystemĂĽberlastug" dieWiedergabe, obwohl die CPU noch Reserven hat.

Allerdings stellt eine flotte CPU kein alleiniges Heilmittel dar. Auch das RAM zählt zu den limitierenden Komponenten. So stellte unser Mac Pro etwa mit einem 24-Kern-Prozessor und 32 GByte RAM nur unwesentlich mehr Spuren bereit als der achtkernige Basis-CPU mit derselben Speicherausstattung. Erst mit 64 GByte Speicher verdoppelte sich die Spurenzahl auf 500. Je mehr Daten Logic von Anfang an in den Speicher laden kann, umso besser. Achten Sie beim Kauf eines Macs daher darauf, gleich die richtige Speicherausstattung zu wählen. Wir empfehlen für Musikanwendungen wenigstens 32 GByte.

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Einigen Einfluss hat außerdem die Struktur Ihres Arrangements: Je leichter es der Software fällt, einzelne Spuren gezielt einem Kern oder sogar einem Thread zuzuweisen, umso effektiver lässt sich die CPU nutzen. Je komplizierter der von Ihnen gewählte Signalweg – viele Spuren sind beispielsweise auf einen einzigen Send-Effekt geroutet –, desto kniffliger wird diese Aufgabe. Vermeiden Sie also, dass einzelne Plug-ins exzessiv von vielen Spuren gleichzeitig genutzt werden. Auch wenn es zunächst nicht schlüssig klingt: Oft ist es CPU-schonender, mehrere Instanzen beispielsweise eines Effekts zu nutzen.

Je größer Sie den Sample-Puffer wählen, desto später kommt es zu Wiedergabeunterbrechungen.

Um den von Ihnen genannten Unterbrechungen in der Wiedergabe vorzubeugen, können Sie ferner den Sample-Puffer vergrößern.

Dazu gehen Sie in die Einstellungen von Logic Pro in das UntermenĂĽ "Audio".

Dort wählen Sie bei "I/O-Puffergröße" einen höheren als den bislang eingestellten Wert. Bis etwa 256 Samples können Sie Instrumente ohne spürbare Verzögerungen (Latenz) einspielen. Größere Werte lassen sich beim späteren Mixing gut nutzen, da dann höhere Latenzen nicht weiter stören.

(lbe)