Infratest: Viele junge Menschen mit Fake News und Hassrede in Chats konfrontiert
Einer Umfrage von Infratest dimap hat ergeben, dass eine Mehrheit junger Menschen bereits Fake News, Hassrede und Mobbing in Chats ausgesetzt war.
(Bild: Sam Wordley/Shutterstock.com)
Ob Fake News, Mobbing oder Hassrede – viele junge Menschen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge über Messenger-Dienste schon Erfahrungen mit kritischen Inhalten gemacht. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für die Vodafone Stiftung gaben 61 Prozent der 14- bis 24-Jährigen an, im Chat schon einmal Falschnachrichten geschickt bekommen zu haben. 53 Prozent haben demnach bereits Mobbing dort beobachtet, 48 Prozent Hassrede. Jeder Dritte ist der Umfrage zufolge über Messenger schon selbst beleidigt, gemobbt oder bedroht worden. 40 Prozent der befragten jungen Mädchen und Frauen gaben an, schon belästigt worden zu sein – bei den jungen Männern waren es 29 Prozent.
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Messenger beliebt
Fake News verbreiten sich der Umfrage zufolge über unterschiedliche Wege: Absender können dabei sowohl Freunde und Familie als auch entferntere Bekannte oder Fremde sein. Aus dem Alltag vieler junger Menschen sind die Messenger-Dienste der Umfrage nach kaum mehr wegzudenken: 99 Prozent sind auf Chat-Plattformen wie WhatsApp, Telegram oder Signal aktiv und nutzen sie so intensiv wie soziale Medien. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der 14- bis 24-Jährigen nutzen Messenger demnach mehr als eine Stunde täglich. Der Dienst WhatsApp ist dabei am beliebtesten – 96 Prozent der Befragten gaben an, täglich dort online zu sein.
Die Erhebung wurde vom Befragungsinstitut Infratest dimap Gesellschaft fĂĽr Trend- und Wahlforschung mbH durchgefĂĽhrt. Die Grundgesamtheit fĂĽr die Befragung bildeten deutschsprachige junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren in Privathaushalten in Deutschland, die das Internet nutzen. Die Erhebung wurde vom 11. bis zum 28. September 2020 durchgefĂĽhrt und als Online-Erhebung (Computer Assisted Web Interviewing = CAWI) angelegt. Insgesamt nahmen 2064 junge Menschen an der Studie teil. 2032 von ihnen nutzen Messenger-Dienste.
(olb)