BBC plant "Open-Source-Fernsehproduktion"
Auf BBC Two soll 2010 eine vierteilige Fernsehdokumentation gezeigt werden, die mit Hilfe von Internetnutzern produziert werden soll. Das Projekt wird von Tim Berners-Lee unterstützt, der diese Gelegenheit nutzte, um vor Überwachung des Webs zu warnen.
Der britische Fernsehsender BBC Two plant eine vierteilige Dokumentarserie über die "Digitale Revolution" – so lautet der Arbeitstitel des Projekts. Die beteiligten Filmemacher wollen während der Produktionsphase Internetnutzern geplante Inhalte präsentieren und Gelegenheit geben, dazu Kommentare und Ideen abzugeben und eigene Geschichten vorzuschlagen. Bisher können Nutzer beispielsweise einen Blogeintrag der Wissenschaftlerin Aleks Krotoski kommentieren, die die Dokumentarserie präsentieren soll. Entstehen soll so – nach dem Open-Source-Prinzip, wie BBC Two den Produktionsprozess charakterisiert – eine Dokumentation darüber, wie das seit 20 Jahren bestehende Web das Leben der Menschen verändert. Sie soll im Frühjahr kommenden Jahres im Fernsehen gezeigt werden.
BBC Two hat sich dafür die Unterstützung der Open University und von Sir Tim Berners-Lee geholt. Der HTML-Erfinder und Begründer des World Wide Web nutzte seine Keynote zum Start des Dokumentarfilmprojekts als Gelegenheit zur Warnung an Regierungen und Unternehmen davor, die Internetnutzer zu überwachen. Er verglich das Internet mit einem leeren Blatt Papier. So wie Unternehmen und Regierungen nicht kontrollieren könnten, was jemand darauf schreibe oder zeichne, so solle auch das Web von Überwachung frei bleiben. Repressive Regierungen wie in China oder im Iran, die ihren Bürgern die Internetnutzung beschnitten, werden nach Berners-Lees Meinung auf Dauer Probleme haben, effizient zu kontrollieren. Der Trend im Internet gehe dahin, die Zensur zu umgehen. Die Offenheit werde triumphieren, doch bis dahin sei noch ein langer Weg. (anw)