Patentamt verzeichnet Anmelderekord

Für das Deutsche Patent- und Markenamt war 2001 ein Rekordjahr: so viele Patent-Anmeldungen wie nie zuvor. Die Zahl der Markenanmeldungen war aber rückläufig.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Für das Deutsche Patent- und Markenamt in München war 2001 ein Rekordjahr: Insgesamt wurden mehr als 125.000 Patente in Deutschland angemeldet, davon rund 52.000 inländische Anmeldungen. Gegenüber dem Vorjahr bedeute das einen Anstieg der Gesamtanmeldungen um 15 Prozent, sagte Behördenpräsident Jürgen Schade. Er wertete die Rekordzahl als "sehr positives Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland" und führte weiter aus: "Wir entwickeln uns von der Industrie- zur Wissensgesellschaft."

Auf Japan, die USA und Deutschland entfallen rund 70 Prozent aller Patent-Erstanmeldungen weltweit. Der Trend zu gewerblichen Schutzrechten sei ungebrochen, der Handel mit Wissen und geistigem Eigentum gewinne international immer größere Bedeutung, sagte Schade. Bei den Patentanmeldungen stehen die Bereiche Fahrzeugtechnik, Mess- und Prüftechnik sowie Kommunikationstechnik auf den vorderen drei Plätzen. Der Anteil der Einzelerfinder beträgt rund 13 Prozent. Größte Patentanmelder sind die Siemens AG mit 3252 Patentanmeldungen, die Robert Bosch GmbH (3156) und die Volkswagen AG (1543).

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Markenanmeldungen. Mit rund 67.000 angemeldeten Marken registrierte die Behörde knapp 20.000 weniger als im Jahr 2000. Betroffen waren vor allem die Bereiche Computer, Telekommunikation und Software. Bei den Patentanmeldungen innerhalb Deutschlands liegt Bayern mit rund 14.500 (27,6 Prozent) an der Spitze, vor Baden-Württemberg mit 22,6 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 18,8 Prozent. Auf der Grundlage der Bevölkerungszahlen ergeben sich pro 100.000 Einwohner 119 Patentanmeldungen für Bayern, 113 für Baden-Württemberg sowie 86 für die Hansestadt Hamburg.

Den eigenen Haushalt gestaltete das Deutsche Patent- und Markenamt im vergangenen Jahr ausgeglichen: Einnahmen von 206,9 Millionen Euro standen Ausgaben in Höhe von 206,7 Millionen Euro gegenüber. Die Investitionen reduzierte das Amt um mehr als die Hälfte auf rund elf Millionen Euro. "Das Patentamt arbeitet selbsttragend ohne Zuschüsse von Steuergeldern", resümmierte Schade nicht ohne Stolz. (pmz)