Neue-Medien-Gewerkschaft Connexx.av mit "Süderweiterung"

Vorbild und Kooperationspartner von connexxnet.ch ist Connexx.av der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di -- trifft aber auf schon bestehende Konkurrenz in der Schweiz.

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Von
  • Nick Lüthi

Geht es nach dem Willen der Mediengewerkschaft Comedia, dann sollte in der nächsten Zeit der Organisationsgrad der Arbeitnehmer in Schweizer Multimediaunternehmen zunehmen. Seit heute stellt Comedia den Angestellten in diesem Bereich nämlich ein neues Instrument zur Verfügung. Die Serviceplattform Connexxnet.ch bietet Medienschaffenden, Angestellten in der audio-visuellen Produktion sowie der nicht näher umschriebenen Berufsgruppe der "Networker" neben branchenspezifischen Informationen vor allem Hilfestellungen bei arbeitsrechtlichen Konflikten. Außerdem sollen über diese Plattform Mitglieder geworben werden. In den Genuss von erweiterten Dienstleistungen kommt nämlich nur, wer eine Gewerkschaftskarte besitzt.

Vorbild und Kooperationspartner von connexxnet.ch ist Connexx.av, ein Projekt der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für den Multimediabereich, als dessen Südableger sich die Schweizer Version versteht. Die enge, länderübergreifende Kooperation zwischen den Gewerkschaften aus der Schweiz und Deutschland zeigt sich bereits an Äußerlichkeiten: Beide connexx-Webseiten erscheinen in identischem Layout. Für Wolf Ludwig, Projektleiter von connexxnet.ch, handelt es sich dabei keineswegs um eine Kopie, sondern um eine bewusste Kooperation. "Ein wichtiger Grund für die Zusammenarbeit ist die transnationale Unternehmensstruktur in den Neuen Medien," so Ludwig gegenüber heise online.

Was in Deutschland funktioniert -- auf Bestreben von connexx.av konnte zum Beispiel bei Pixelpark ein Betriebsrat aufgebaut werden -- ist aber noch lange keine Garantie für Erfolg in der Schweiz. Neben dem bislang geringen gewerkschaftlichen Organisationsgrad in helvetischen New-Media-Unternehmen sind gleich zwei Organisationen bei den Online-Workern auf Mitgliederfang. Neben der Mediengewerkschaft Comedia mit ihrer connexxnet-Plattform will auch die Ende Januar gegründete Organisation //syndikat die Branche organisieren. Vor einer schädlichen Konkurrenzsituation fürchtet sich connexxnet.ch Projektleiter Wolf Ludwig jedoch nur bedingt. "Bei den Freiberuflern ist es möglich, dass wir uns gegenseitig auf die Füße treten." Grundsätzlich sei aber //syndikat stärker auf den IT-Bereich und weniger auf Medienunternehmen ausgerichtet. (Nick Lüthi) / (jk)