Datentransfers ĂĽber interkontinentale Seekabel nehmen weiter zu
Trotz Krise im Internet-Geschäft steigt der Bedarf an kabelgebundenen Datentransferkapazitäten zwischen den Kontinenten weiter an.
Geradezu fieberhaft haben Netzwerker in der Vergangenheit Seekabel um Seekabel zwischen Europa, Asien und Amerika verlegt -- und sich damit selbst in eine existenzielle Krise gestürzt. Einundzwanzig Mal mehr Bandbreite für den Datenverkehr auf transatlantischen Seekabelwegen, 23-fache Steigerung der Übertragungskapazitäten auf Transpazifik-Routen in den letzten fünf Jahren. Das sind nur zwei Zahlen eines neues Berichts der US-Beratungsfirma TeleGeography, die sich auf die Erstellung von Statistiken rund um das Internet sowie die Durchführung von Bandbreitenanalysen spezialisiert hat.
In dem Report Submarine Bandwith 2002 hat das Unternehmen Daten zusammengefasst, die Aussagen über den Umfang und die Nutzung von interkontinentalen, kabelgebundenen Datentransferkapazitäten erlauben -- und die den in jüngster Zeit arg gebeutelten Backbone-Betreibern wieder Mut machen könnten. Allen Unkenrufen zum Trotz attestieren ihnen die TeleGeography-Analysten nämlich eine stabile Geschäftsgrundlage: Selbst im Krisenjahr 2001 habe sich die Nachfrage nach Übertragungskapazitäten auf den interkontinentalen Seekabeln noch verdoppelt, ermittelten die Datensammler. Der größte Bedarfs-Faktor, Bandbreite für Internet-Verbindungen, habe sich dabei sogar verdreifacht.
Positiv bemerkbar, so die Analysten, mache sich schon bald, dass jetzt kaum noch neue Kabel auf dem Meeresgrund verlegt würden. Dieses Jahr sollen lediglich zwei neue Kabel, jeweils eins in Atlantik und Pazifik, abgerollt werden. Und nicht zuletzt deshalb scheint nach Überzeugung der Experten der lang anhaltende Preissturz bei Mieten für Leitungskapazitäten langsam in einen Gleitflug überzugehen.
"Ambitionierte Netzwerk-Spezialisten wie Global Crossing wurden von der geringen Nachfrage und den drastisch fallenden Preisen kalt erwischt", resümmierte TeleGeography-Analyst Alan Mauldin. Löse sich das derzeitige Markt-Chaos aber erst einmal auf, so Mauldin, dann hätten auch im Backbone-Geschäft die "alten Wirtschaftsregeln" wieder Gültigkeit: Keine spektakulären Gewinne in kürzester Zeit, sondern angemessene Renditen auf das gebundene Kapital. (pmz)