Konferenzen: Die Zukunft ist hybrid

Das letzte Jahr hat viele Veränderungen gebracht. Doch besonders Messen und Konferenzen können aus der Not eine Tugend machen und eine hybride Lösung finden.

vorlesen Druckansicht 1 Kommentar lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Dorothee Wiegand

Der Sommer kommt, die Inzidenzwerte sinken und damit steht ein Wunsch ganz oben auf der Liste der Freizeitaktivitäten: endlich wieder in den Biergarten gehen! Schluss mit den leicht verlegenen virtuellen Feierabendrunden, die sich genauso anfühlen wie das Meeting am Vormittag. Nie wieder Doppelkopf auf Distanz mit störrischen Apps, die die Lieblingsregel nicht akzeptieren wollen. Im Privaten möchten wir einfach nur zurück zur Vor-Corona-Normalität.

Bei Konferenzen, Messen und Tagungen sieht das ganz anders aus. Nicht nur Lehrer und Schüler haben seit Beginn der Pandemie schnell gelernt, wie vielfältig sich Videokonferenzsoftware nutzen lässt. Buchstäblich jeder – vom Digital Native bis zum Skeptiker – hat in den vergangenen Monaten neue Kommunikationswege ausprobiert und diverse Formen des virtuellen Miteinanders schätzen gelernt. Für einen halben Tag virtuell an einer Konferenz in Übersee teilnehmen zu können, hat jede Menge Vorteile – nicht nur für die Umwelt.

Hologramme könnten bald wie in Star-Wars-Filmen die Teilnehmer einer virtuellen Veranstaltung auf dem Bildschirm repräsentieren. Mit Mixed-Reality-Plattformen wie der von Microsoft gerade vorgestellten Plattform Mesh sollen sich virtuelle Konferenzen künftig anfühlen wie Präsenzveranstaltungen. Sony hat ein neues VR-Headset angekündigt, Samsung arbeitet an einer eigenen AR-Brille und Apple-Chef Tim Cook hält Augmented Reality für das nächste große Ding. Auch der Markt für 360-Grad-Kameras befindet sich im Corona-Aufwind.

Wer ein Tagungshotel bucht, wird künftig nach Bandbreite und modernem Equipment für Online- und Hybrid-Veranstaltungen fragen. Veranstalter und Sponsoren können bei virtuellen Events das Teilnehmerverhalten detailliert analysieren, etwa verfolgen, wie viele Personen an welcher Session teilnehmen. Diese Daten helfen bei der Planung der nächsten Konferenz.

Der Zwang zum virtuellen Ersatz für alle Arten von Veranstaltungen hat in den vergangenen 15 Monaten erstaunlich viele spannende neue Soft- und Hardware hervorgebracht. Das alles wird die Ausstellungs- und Konferenzkultur dauerhaft verändern, auch über das Abklingen der Pandemie hinaus. Und vielleicht wird ja auch unser Privatleben digitaler: So schön es ist, endlich wieder analog mit Freunden im Biergarten zu sitzen – mit einer Online-Interaktionsplattform lässt sich schnell mal eben eine Party für 100 Leute schmeißen.

Dorothee Wiegand

c’t Ausgabe 13/2021

Windows-User kennen die Ermahnung, das Microsoft-Konto zu nutzen. Fluch und Segen dieses Kontos beleuchten wir in c’t 13/2021. Wir zeigen, wie Sie Internet-Ausfälle überbrücken, haben Mini-PCs fürs Homeoffice, Mainboards für Ryzen-CPUs, Tools für virtuelle Gruppenchats und diverse Android-Smartphones getestet und Infoquellen für Wertpapier-Anleger zusammengetragen. Ausgabe 13/2021 finden Sie ab dem 4. Juni im Heise-Shop und am gut sortierten Zeitschriftenkiosk.

(dwi)