Mit Taschencomputer und Infrarotsender durchs Museum

Seine Weltpremiere erlebte der elektronische Museumsführer jetzt bei einem Probelauf im Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte.

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Von
  • Udo Lorenz
  • dpa

Mit kleinen sprechenden Taschencomputern in der Hand sollen Besucher künftig fachkundig durch Museen und Kunsthallen geführt werden. Der Mini-Computer wurde jetzt im Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte im Saarland erprobt. Er wurde am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken entwickelt. "Mit den Mini-PCs bieten wir den ersten Schritt zum ganzheitlichen Erleben im Museum", sagt Weltkulturerbe-Manager Meinrad Maria Grewenig. Der Museumsbesuch soll mit den Computerbildern anschaulicher werden.

Der neue Service beginnt am 17. März und erklärt jährlich etwa 135.000 Besuchern die jahrhundertealte, 1986 stillgelegte und 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe deklarierte alte Eisenhütte, in der einmal 20.000 Menschen arbeiteten. Die Computer werden am Eingang geliehen. Dann steuern Infrarotsender, die an den jeweiligen Ausstellungsstationen Impulse aussenden, die Informationen.

Mit den Pocket-PCs in der Hand und Ohrhörern auf dem Kopf wandern in der Alten Völklinger Eisenhütte die Besucher durch die alte Gebläsehalle und die wie eine riesige "eiserne Kathedrale" wirkende Hochofengruppe. Sie bekommen erklärt, warum es in der alten Eisenhütte noch immer so stark nach Öl riecht, mit welcher Temperatur die Hochöfen einst befeuert wurden oder dass die riesigen Winderhitzer im Prinzip mit einem Blasebalg beim Grillen vergleichbar sind.

Für technisch oder historisch besonders interessierte Besucher hält der Mini-PC noch Spezialinformationen in Wort, Bild und Computeranimation in zwei anderen Schwierigkeitsstufen bereit. Darüber hinaus werden alle Informationen per Knopfdruck auch auf Französisch oder Englisch gegeben.

Auf der CeBIT in Hannover wird das multimediale Besucherinformationssystem ebenfalls vorgestellt. Geistiger Vater des Systems ist der gerade erst mit dem Deutschen Zukunftspreis von Bundespräsident Johannes Rau ausgezeichnete Saarbrücker DFKI-Chef und Informationswissenschaftler Professor Wolfgang Wahlster. Eine aus dem DFKI (Halle 11, Stand A23) an der Saar-Universität hervorgegangene Firma Eyeled vermarktet das Projekt. (Udo Lorenz, dpa) / (anw)