VDE: Beim "Ubiquitous Computing" kann Deutschland Vorreiter sein
In den kommenden Jahren werde die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Mini-Computern, Mikrochips und Sensoren in Alltagsgegenständen zunehmen, meint der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik.
Im Wandel hin zum "Ubiquitous Computing" sieht der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) große Chancen für den IT-Standort Deutschland. In den kommenden Jahren werde die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Mini-Computern, Mikrochips und Sensoren in Alltagsgegenständen zunehmen, die untereinander und via Internet über drahtlose Netzwerke wie UMTS, WLAN, WAP oder Bluetooth verbunden sein werden. Deutschland sei einer der Favoriten auf diesem Gebiet, erklärte VDE-Vorstandsvorsitzender Gerd Tenzer auf der CeBIT.
Erstens verfüge Deutschland über eine exzellente Infrastruktur für die Breitbandkommunikation, sowohl mobil als auch fest. Hier sei die Bundesrepublik weltweit Vorreiter. Zweitens sei hierzulande die Systemtechnik besonders stark. Gerade die Integration der unterschiedlichsten Disziplinen, von der Mobilkommunikation bis zur Mikro- und Nanotechnik, zähle zu den großen Herausforderungen. Drittens sei in Deutschland großes Know-how für den Aufbau der erforderlichen Softwarearchitekturen vorhanden.
Das Interesse an solchen Anwendungen wachse insbesondere bei den Jüngeren. Nach der diesjährigen VDE-Studie zur Technikakzeptanz seien 62 Prozent der bis 34-Jährigen für die Entwicklung der Informationstechnik und Telekommunikation, zehn Prozent mehr als vor vier Jahren. Auch innerhalb der Gesamtbevölkerung sprächen sich noch 51 Prozent grundsätzlich dafür aus; 30 Prozent sehen die Entwicklung teilweise positiv und neun Prozent sind eher skeptisch. Besonders wichtig fanden die Befragten dabei die Medizintechnik, gefolgt von Bildung, Tele-Working, Datendienste, Vernetzung TV/PC, Verkehrstechnik, Computershopping/Homebanking und E-Government.
Um aus diesem Interesse große Markterfolge zu machen, brauche es aber ausreichend hoch qualifizierte Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik. Hier bessere sich die Lage zumindest in der Zukunft: Die Zahl der Studienanfänger sei zum Wintersemester 2001 noch einmal leicht auf 15.600 gestiegen. In der Gegenwart werde dagegen mit 6500 Absolventen in diesem Jahr zunächst der Tiefpunkt erreicht. Der Mindestbedarf liegt nach Schätzungen des VDE rund doppelt so hoch. Dies bekomme nicht nur die Wirtschaft zu spüren. Auch in den Hochschulen sei absehbar, dass zunehmend Stellen unbesetzt blieben, zumal in den nächsten fünf Jahren ein großer Teil der Professoren in den Ruhestand gehe. (anm/c't) / (dal)