IT-Branche verlangt mehr öffentliches Engagement für UMTS

Der Branchenverband Bitkom hat vor Schwarzmalerei bei der Einführung des schnellen Handystandards UMTS gewarnt.

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  • dpa

Der Branchenverband Bitkom hat vor Schwarzmalerei bei der Einführung des schnellen Handystandards UMTS gewarnt. Die öffentliche Hand müsse sich mehr engagieren, forderte der Verband am Mittwoch auf der Computermesse CeBIT in Hannover. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die Politik knapp 51 Milliarden Euro für Lizenzen einstreicht und danach die Branche beim Aufbau des Netzes allein lässt", sagte Bitkom-Vorstandsmitglied Peter Wagner.

Die Politik müsse Netzbetreiber, Hersteller, Anbieter von Diensten an einen Tisch rufen und Strategien entwickeln, mit denen der UMTS-Markt "mit Pioniergeist" angeschoben werden könne. Nach Ansicht Wagners sind die "Spielräume" zum Beispiel in Sachen Frequenzhandel und bei Kooperationsmöglichkeiten "noch nicht in aller Feinheit ausgelotet".

Wagner bezeichnete die Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vom Vorabend zu diesem Thema als "leider sehr vage". Der Kanzler hatte lediglich mögliche Kooperationen begrüßt, sich ansonsten aber nur zu den UMTS-Strahlengrenzwerten geäußert.

Wagner forderte die öffentliche Hand auf, zum Beispiel durch neue interaktive Park- und Verkehrsleitsysteme, Informationen zu Nahverkehr und Tourismus sowie "virtuelle Rathäuser" den UMTS-Anwendungen einen Anschub zu geben.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des internationalen UMTS-Forums (London), Bernd Eylert, wird sich UMTS nicht schlagartig mit einem "Big Bang", sondern in einem "fließenden Prozess" entwickeln. Nach einer neuen Studie des Forums, in dem Hersteller, Netzbetreiber, Diensteanbieter und Regierungsorganisationen zusammengeschlossen sind, wird es 2005 weltweit rund 100 Millionen UMTS-Nutzer geben, bis 2010 sollen es 630 Millionen sein. Die Umsätze sollen von 70 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) auf 560 Milliarden Dollar 2010 steigen. (dpa) / (anw)