Siemens will vom Handy-Marktwachstum ĂĽberdurchschnittlich profitieren
Vorstand Volker Jung warnte davor, mögliche Verzögerungen beim UMTS-Start auf die Hersteller zu schieben.
Der Siemens-Konzern will in diesem Jahr überdurchschnittlich vom erwarteten Wachstum des Handy-Marktes profitieren. Der weltweite Handy-Absatz werde insgesamt von 400 Millionen auf 420 Millionen Geräte steigen, sagte der Chef der Siemens Mobilfunksparte, Rudi Lamprecht, heute auf der CeBIT (Halle 17, Stand F12). "Es ist aber unser Bestreben, stärker zu wachsen als der Markt." Damit bleibt Lamprecht bei seiner Botschaft vom Januar. Auch bei dem neuen Mobilfunkstandard UMTS peile Siemens eine führende Rolle an. Im schwer gebeutelten Netzwerkgeschäft bleibe die Situation schwierig.
Die ersten UMTS-Handys will Siemens wie geplant Ende dieses Jahres ausliefern. Siemens-Vorstand Volker Jung warnte davor, mögliche Verzögerungen beim UMTS-Start auf die Hersteller zu schieben. Bevor die neuen Handys ausgeliefert werden könnten, müsse zunächst die Infrastruktur stehen. "Ich würde die Firma Porsche auch davor warnen, Porsches in den Urwald zu liefern, solange es dort keine Straßen gibt", sagte er. Mehrere Lizenzinhaber hatten Verzögerungen beim UMTS-Start damit begründet, dass die Versorgung mit UMTS-Handys nicht ausreichend gewährleistet sei.
Beim weltweiten Handy-Absatz für das laufende Jahr hatte Lamprecht bislang von einem Wachstum von zehn Prozent gesprochen und diese Zahl auch am Mittwoch im Redetext bekräftigt. Lamprecht stellte später jedoch klar, dass sich diese Zahl auf einen Absatz von 380 Millionen Geräten im Jahr 2001 bezogen habe. Inzwischen haben Marktforschungsinstitute aber die Zahl von knapp 400 Millionen Geräten für das Jahr 2001 veröffentlicht.
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/02, das am 30. September endet, war der Siemens-Mobilfunkbereich ICM knapp in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen betrug der Gewinn 37 Millionen Euro. Der Handy-Absatz stieg verglichen mit dem Vorquartal wegen des Weihnachtsgeschäfts von 6,4 auf 9 Millionen Stück. Damit lag der Konzern leicht unter dem Vorjahresniveau. (dpa) / (anw)