Zwei Vorstände von Ceyoniq festgenommen

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen JĂĽrgen Brintrup und Thomas Wenzke. Ein Geldinstitut hatte Strafanzeige wegen Betrugs gestellt.

vorlesen Druckansicht 22 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • dpa

Die beiden Vorstände des insolventen Bielefelder Softwareproduzenten Ceyoniq AG sind festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Jürgen Brintrup und Thomas Wenzke wegen Betrugsverdachts, teilte Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann am Dienstag mit. Er bestätigte damit einen Bericht in der Bielefelder Tageszeitung Neue Westfälische. Wenzke habe ein Geständnis abgelegt, sagte Pollmann. Gegen die beiden Vorstände sei Haftbefehl beantragt worden.

Nach Auskunft des Oberstaatsanwalts hatte ein Geldinstitut Strafanzeige wegen Betrugs gestellt und damit die Staatsanwalt zu Ermittlungen veranlasst. Die am Neuen Markt notierte Ceyoniq AG, die ehemals als CE Computer Equipment firmierte, hatte am vergangenen Freitag Insolvenz beim Amtsgericht Bielefeld beantragt. Ein Firmensprecher begründete den Schritt mit Verlusten in Höhe von 90 Millionen Euro. Das ostwestfälische Unternehmen, nach eigenen Angaben Spezialist für digitale Archivierungssysteme, beschäftigt weltweit 600 Mitarbeiter, davon 220 am Stammsitz.

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hat nach Informationen der Neuen Westfälischen ein Verfahren wegen Insiderhandels gegen beide eingeleitet. Dies laufe jedoch unabhängig von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Ob es zu einer weiteren Strafanzeige führen werde, sei noch ungeklärt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Bielefelder Rechtsanwalt Hartmut Stange bestellt. Der Jurist mit einschlägigen Erfahrungen war in dieser Funktion auch beim 1994 zusammengebrochenen westfälischen Sportbodenhersteller Balsam AG tätig. (dpa) / (anw)