Unternehmensgründungen als "Königsweg" für Wissenschaftler

Unter dem Motto "Go Market" warb Bundeswissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn gemeinsam mit Wissenschaftlern und Unternehmern für Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Unter dem Motto "Go Market" warb Bundeswissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn auf der CeBIT gemeinsam mit Wissenschaftlern und Unternehmern für Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft. Ein "Kulturwandel" an deutschen Universitäten soll das Investitionsklima für Startup-Firmen verbessern. Unternehmensgründungen sieht die Forschungsministerin als einen der "Königswege für die Nutzung von Forschung und Entwicklung", der allerdings nach ihrer Auffassung noch nicht häufig genug beschritten wird. "Wenn ein großes deutsches Unternehmen in einem Jahr mehr Patente anmeldet als alle deutschen Hochschulen zusammen, dann stimmt etwas nicht" kritisierte die Ministerin.

Auch als August-Wilhelm Scheer, Leiter des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität Saarbrücken, das deutsche Universitätssystem als "Sanierungsfall" bezeichnete, der "ähnlich wie Post und Bahn dereguliert" werden sollte, mochte die Minsterin nicht widersprechen. Stattdessen beschwor Bulmahn den "kulturellen Wechsel", den es schon jetzt an deutschen Universitäten gebe. Grund zur Klage haben die Universitäten nach ihrer Auffassung jedenfalls nicht: "Wenn die notwendige Eigeninitiative gezeigt wird, gibt es an den Hochschulen alle Möglichkeiten der Welt", erklärte Bulmahn.

Einzig Hans-Jürgen Warnecke, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, gab zu bedenken, dass Wissenschaftler "zunächst mal an Veröffentlichung" denken und ihre Erkenntnisse als "Gemeingut begreifen". In der Privatwirtschaft würden wissenschaftliche Erkenntnisse dagegen als privates Gut behandelt: "Das ist ein völlig anderes Denken, als bisher in der Wissenschaft üblich war." (wst)