IG Metall: Kaum Zuwachs bei den Beschäftigten

Von der Jobmaschine ITK-Industrie ist nichts mehr zu spĂĽren, meint die IG Metall in ihrer aktuellen Branchenanalyse.

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Von
  • Angela Meyer

Von der Jobmaschine ITK-Industrie ist nichts mehr zu spüren. Zu diesem Schluss kommt die IG Metall in ihrer aktuellen Branchenanalyse "Die Informations- und Telekommunikationsindustrie". Bei rund 800.000 Beschäftigten insgesamt seien nur noch im Software- und IT-Dienstleistungsbereich ein Anstieg der Mitarbeiterzahlen um drei Prozent festzustellen -- im Jahr 2000 waren es noch 27 Prozent.

Nach der Definition der IG Metall sind in diesem Bereich rund die Hälfte der Beschäftigten tätig. In allen anderen Bereichen stagniere die Zahl der Beschäftigten oder sei sogar rückläufig. Dies betreffe nicht nur die Hersteller von Hardware, Chips und Kommunikationstechnik, sondern auch die Mobil- und Festnetzbetreiber und die Anbieter von TK-Dienstleistungen.

Die 750.000 neuen Jobs in der ITK-Industrie, die Bundeskanzler Gerhard Schröder vor etwas mehr als einem Jahr versprach, erschienen heute als reine Wunschvorstellung, heißt es in der Gewerkschaftsanalyse. Die ITK-Industrie werde als alleiniger Motor nicht ausreichen, um gesamtwirtschaftlich für Vollbeschäftigung zu sorgen. Die Unternehmen antworteten jetzt angesichts der ungünstigen wirtschaftlichen Entwicklung mit alten Rezepten: Beschäftigungsabbau und dem Ruf nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes. Diese alten Rezepte seien auch in der ITK-Industrie mit den bewährten Mitteln der gewerkschaftlichen Organisation zu beantworten, meint die IG Metall. (anm)