Im Internet feilschen mit COSIMA
Die Software, entwickelt vom Augsburger Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme, feilscht wie ein gewiefter Gebrauchtwagenhändler.
Die Software COSIMA 2, entwickelt vom Augsburger Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme, feilscht wie ein gewiefter Gebrauchtwagenhändler. Das System, das live in Halle 11, am Bayerischen Gemeinschaftsstand F25 zu besichtigen ist, wird an eine Datenbank und einen Webshop angekoppelt und erlaubt dem Kunden, wie auf einem Basar um seine Lieblingsprodukte aus dem Computerbereich zu feilschen.
Dabei wird nicht nur um den Preis verhandelt, sondern auch um Zusatzfeatures wie Garantieverlängerung oder Vor-Ort-Service. Zeigt sich der menschliche Kunde zu knauserig, geht das System nicht auf den Handel ein. "Der Kunde", erklärt Stefan Holland vom Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme, "soll dazu erzogen werden, vernünftige Angebote zu machen."
Der Kunde gibt zunächst seine Produktwünsche an und COSIMA 2 sucht nach den besten Treffern in der Datenbank. Die Software schlägt darauf hin einen Startpreis vor, mit einem Gegenangebot des Kunden beginnt dann das Feilschen. Der Nutzer kann dabei drei verschiedene Optimierungsstrategien vorgeben: Cosima soll so verhandeln, dass eine maximale Gewinnspanne anfällt, maximal viele Geschäftsabschlüsse oder maximaler Umsatz.
Bevorzugte Zusatzfeatures werden ebenso wie die erfolgreichen Strategien für jeden Kunden separat gespeichert und dienen als Grundlage für zukünftige Handelsvorgänge -- dem Kunden gegenüber zeigt sich COSIMA 2 jedoch nicht deterministisch; das Verhalten des Systems soll möglichst nicht vorhersagbar sein. Die Entwickler Stefan Fischer, Werner Kießling und Stefan Holland stellen die technischen Details von COSIMA2 zur Fachmesse AAMAS 2001 im Juli Bologna vor. (wst)