Offengelegter RISC-V-Chip aus China soll an ARM Cortex-A76 heranreichen

Der RISC-V-Prozessor XiangShan läuft als 28-Nanometer-Prototyp mit Linux und soll als 14-Nanometer-Version mit aktuellen ARM-Kernen konkurrieren.

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Prototyp des RISC-V-SoC XiangShan

(Bild: Bao Yungang, ACS ICT CAS)

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Die Chinesische Akademie der Wissenschaften (Chinese Academy of Science, CAS) entwickelt den Prozessor XiangShan mit der offengelegten Befehlssatzarchitektur RISC-V. Auf einer RISC-V-Konferenz in China wurde ein Prototyp aus der 28-Nanometer-Fertigung von TSMC vorgeführt, der bisher 1,2 bis 1,3 GHz schafft.

Dank Kompatibilität zur RISC-V-Spezifikation RV64GC läuft der XiangShan (香山) auch unter Linux; kürzlich hat etwa Canonical (Server-)Versionen von Ubuntu 20.04.2 LTS und Ubuntu 21.04 für RISC-V-Boards von SiFive wie das HiFive Unmatched veröffentlicht.

Eine kommende Version des XiangShan soll der chinesische Auftragsfertiger SMIC mit 14-Nanometer-Strukturen produzieren; dafür sind Taktfrequenzen um 2 GHz geplant.

Weiter verbesserte XiangShan-Versionen sollen dann in etwa die Rechenleistung eines ARM Cortex-A76 erreichen; letzterer steckt etwa im Qualcomm Snapdragon 8cx, den wiederum Microsoft im ARM-Windows-Notebooks Surface Pro X verwendet.

Der XiangShan soll bis zu 32 GByte DDR4-RAM ansteuern und hat einen PCIe-3.0-x4-Port.

Das Institute of Computing Technology der CAS (ICT CAS) ist Mitglied der RISC-V Foundation. Bao Yungang (包云岗) leitet das Forschungszentrum für Advanced Computer Systems (ACS) am ICT CAS und hat seine Präsentation auf der chinesischen Website zhihu.com veröffentlicht. Außerdem ist das Design des XiangShan bei GitHub offengelegt und dokumentiert.

Ob und wann der fertige RISC-V-Chip in Systemen zum Einsatz kommen wird, ist aber unklar.

(ciw)