Nach Arbeitsrechtsverstößen: Auftragsfertiger Pegatron erhält iPhone-Neuaufträge

Apple hatte Pegatron wegen Verstößen auf Bewährung gesetzt. Nun erhält der Auftragsfertiger angeblich größere Aufträge für die Produktion des iPhone 13.

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Apple will Maßnahmen für mehr Datenschutz umsetzen.

(Bild: dpa, picture alliance / Peter Kneffel/dpa)

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Der Auftragsfertiger Pegatron hat eine von Apple verhängte Bewährungszeit offenbar abgeleistet: Pegatron habe neue Aufträge zur Produktion des iPhone 13 mini erhalten, wie aus Branchenkreisen zu vernehmen ist. Die neue iPhone-Generation führt Apple gewöhnlich im Herbst ein. Die taiwanische Firma werde sich die Endfertigung mit Foxconn teilen, berichtet DigiTimes am Dienstag, auch für das iPhone 13 mit 6,1"-Bildschirm sei "ein Teil der Fertigungsaufträge" an Pegatron gegangen.

Die Nachfrage des im vergangenen Jahr neu vorgestellten iPhone 12 mini scheint geringer ausgefallen zu sein, als Apple erwartet hat. Beobachter gehen davon aus, dass das iPhone 13 mini das letzte kompakte 5,4"-Flaggschiffmodell wird. Beim iPhone 14 im Jahr 2022 werde Apple voraussichtlich auf zwei 6,1"- und zwei 6,7"-iPhone-Modellreihen umschwenken, die jeweils in einer Standard- und einer Pro-Version angeboten werden.

Das Neugeschäft mit Pegatron hatte Apple im vergangenen November suspendiert, nachdem der iPhone-Konzern Verstöße gegen seinen Verhaltenskodex für Lieferanten feststellte: Pegatron habe studentische Hilfskräfte falsch eingeordnet und dafür auch Unterlagen gefälscht, so Apple. Die Werksstudenten leisteten deshalb Überstunden sowie Nachtschichten und wurden teils mit Aufgaben betraut, die nicht mit ihrem Studienfach zu tun hatten, teilte Apple mit.

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Pegatron habe "außergewöhnliche Anstrengungen unternommen, um sich unseren Aufsichtsmechanismen zu entziehen". Beweise für Zwangs- oder Kinderarbeit habe man nicht gefunden, die betroffenen Studenten seien finanziell entschädigt worden, so Apple.

Der Konzern habe über Jahre immer wieder "ein Auge zugedrückt", wenn zentrale Auftragsfertiger bei der iPhone-Produktion gegen chinesisches Arbeitsrecht verstießen, hieß es in einem Bericht im vergangenen Dezember.

Pegatron ist nach Foxconn Apples zweitgrößter iPhone-Endmonteur und damit ein zentraler Bestandteil der riesigen Lieferkette. Einem vorausgehenden Bericht zufolge plant der taiwanische Konzern, ein neues iPhone-Werk in Indien zu errichten, das im zweiten Halbjahr 2021 den Betrieb aufnehmen soll – Apple hat in den vergangenen Jahren bereits damit begonnen, kleine Teile der iPhone-Fertigung aus China in andere Regionen zu verlagern.

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(lbe)