Das Handy als Brieftasche
T-Mobile und Vodafone wollen mit einem Bezahlsystem fĂĽrs Handy Paybox Konkurrenz machen.
Die Mobilfunk-Konkurrenten T-Mobile (D1) und Vodafone (D2) ziehen an einem Strang, um das Handy zur virtuellen Brieftasche aufzurüsten. Gegen Ende des Jahres wollen sie in Deutschland und Großbritannien eine Plattform für mobiles Bezahlen einführen, an der sich dann weitere Netzbetreiber beteiligen könnten. Ähnlich wie eine echte Brieftasche soll das Handy verschiedene Zahlungsmittel wie Kreditkarten oder Prepaid-Systeme bereit halten, aus denen der Kunde das passende auswählt. Er könnte somit sowohl kleine (Micropayment) als auch große Beträge mobil bezahlen.
Die Idee, mit dem Handy zu bezahlen, ist nicht ganz neu. Paybox kann bereits rund 750 000 Nutzer und 10 000 Akzeptanzstellen in Deutschland sowie vier weiteren europäischen Ländern vorweisen. Das Unternehmen arbeitet mit der Deutschen Bank zusammen. Sein System setzt lediglich ein Girokonto und ein Mobiltelefon voraus. Es arbeitet unabhängig vom jeweiligen Netzbetreiber; der verdient abgesehen von geringen Gesprächs- und SMS-Gebühren nicht mit. Kein Wunder also, dass T-Mobile und Vodafone eigene Pläne schmieden.
Paybox-Chef Mathias Entenmann sieht das gelassen: Von einer konkreten Lösung seien T-Mobile und Vodafone noch weit entfernt. Paybox sei dagegen auf Expansionskurs und wolle in diesem Jahr in den USA und in Taiwan starten. Entenmann räumt ein, dass sein Unternehmen noch Verluste mache. Man hoffe jedoch durch die Lizenzierung von Paybox für Firmen, Banken und Sparkassen bald den Break-Even zu erreichen. Und neue Anwendungen sollen neue Kunden anziehen. Dazu zählt etwa der am Stand der Deutschen Bank (Halle 17, A36) gezeigte Geldautomat, an dem man über Paybox mit dem Handy die Auszahlung veranlasst. (ad)