Start-ups: Politiker werben mit uns, vertreten aber nicht unsere Interessen
Zwei Drittel aller Start-up-Unternehmer kennt keinen Politiker, der sich fĂĽr sie einsetzt. Zumindest geht das aus einer Online-Umfrage der Bitcom hervor.
(Bild: Mummert-und-Ibold/Shutterstock.com)
Rund zwei Drittel aller Start-up-Unternehmen wĂĽssten nicht, wer sich fĂĽr sie in der Politik einsetzt. Das geht aus einer Onlineumfrage hervor, die der IT-Branchenverband Bitkom jetzt herausgegeben hat.
Fast ein Drittel der Befragten sehen den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner als Interessenvertreter. 12 Prozent nennen Thomas Jarzombek, Startup-Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums (CDU). Die folgenden Plätze sichern sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit 11 Prozent und Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) mit 9 Prozent. Rund sechs Prozent der Befragten haben den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) genannt.
Jeweils zweimal genannt wurden Robert Habeck (Grüne-Co-Vorsitzender), Danyal Bayaz (baden-württembergische Finanzminister, Grüne), Thomas Sattelberger (FDP-Bundestagsabgeordneter) sowie Jörg Kukies (Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, SPD).
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Politik schmĂĽckt sich mit Start-up-Szene
Die meisten der Befragten (80 Prozent) sind der einhelligen Meinung, dass sich die Politik nur mit der Start-up-Szene schmĂĽcken will, aber kein Interesse an den Problemen von GrĂĽndern hat.
An der Umfrage nahmen 201 Tech-Startups aus Deutschland teil. Zu den Befragten zählen alle Start-ups, die einen technischen Hintergrund haben, wie der Bitkom-Pressesprecher Andreas Streim sagt. Das können Start-ups aus dem Gebiet der E-Mail-Sicherheit sein, wie auch Start-ups, die Online-Finanzlösungen oder Online-Sprechstunden anbieten.
Trotz der aktuellen Corona-Krise boomt die Start-up-Szene. Junge Unternehmen erhielten die Rekordsumme von 7,6 Milliarden Euro von Investoren – dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum und mehr als im Gesamtjahr 2020.
(mig)