Microsoft drängt auf Einführung von IPv6

Das Internet wird nach Ansicht Microsofts mit dem derzeitigen IPv4 immer enger. Einer der Gründe, warum der Konzern auf die Einführung des Nachfolgers drängt.

vorlesen Druckansicht 322 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Seit 1996 arbeitet Microsoft nach eigenen Angaben mit an der Entwicklung des Internet Protokolls der Version 6 (IPv6). Seitdem ist der Adressraum im derzeit verwendeten IPv4 immer enger geworden. Nun haben die Verantwortlichen bei Microsoft auf der Entwicklerkonferenz WinHEC die Gelegenheit genutzt, auf die baldige Einführung von IPv6 zu drängen.

Aber nicht allein der Adressraum sorgt den Redmonder Riesen. IPv6 soll seinen Plänen von Peer-to-Peer-Netzwerken zur Verwirklichung verhelfen. Und ohne das neue Protokoll könnte wohl auch nicht die Vision von überall anwendbaren Kommunikationsgeräten in die Realität umgesetzt werden. Das Peer Name Resolution Protocol (PNRP) soll den Einstieg in Netzwerke ermöglichen, ohne dass wie beim DNS ein zentraler Adressverwaltungsserver nötig ist. Mit dem herkömmlichen Internet Protokoll ist diese Technik nur umständlich zu verwirklichen, heißt es bei Microsoft.

In den in Seattle versammelten Hard- und Software-Entwicklern fand Mike Shappell wohl die geeigneten Adressaten für sein Anliegen. Sie sollten in ihren Unternehmen Lobbyarbeit für IPv6 betreiben, bat der Microsoft-Manager die Konferenzteilnehmer, und dafür sorgen, dass für das neue Protokoll geeignete Hard- und Software entwickelt wird.

Mit seinen Forderungen liegt Microsoft auf einer Linie mit der EU-Kommission. Diese forderte im Februar die schnelle Einführung von IPv6 und begründete dies mit der Perspektive, dass der IP-Adressraum wahrscheinlich im Jahr 2005 erschöpft sein werde. Bei Microsoft glaubt man sogar, bereits in diesem oder spätestens im kommenden Jahr sei im Internet kein Raum für die Neuvergabe von Adressen mehr. (anw)