SPD: 11 Millionen Euro fĂĽr Ron Sommer
Ex-Telekom-Chef Ron Sommer hat entgegen Medienberichten bei seinem RĂĽcktritt vor zwei Monaten etwa 11 Millionen Euro Gehalts- und PensionsansprĂĽche durchgesetzt.
Ex-Telekom-Chef Ron Sommer hat bei seinem Rücktritt vor zwei Monaten etwa 11 Millionen Euro Gehalts- und Pensionsansprüche durchgesetzt. Das bestätigte SPD-Generalsekretär Franz Müntefering am Montag. Berichte des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und der Bild-Zeitung über Abfindungen in Höhe von 65 Millionen Euro wurden von ihm ebenso zurückgewiesen wie von Bundesfinanzminister Hans Eichel. Bundesregierung und SPD sprachen von einem Wahlkampfmanöver.
Um solche Entwicklungen oder Fehlinformationen künftig zu verhindern, will die SPD zumindest für die Aktionäre mehr Transparenz schaffen. So solle gesetzlich fixiert werden, dass bei Großfirmen die Managergehälter auch von der Hauptversammlung eingesehen und dort auch verantwortet werden können, sagte Müntefering. Damit werde über Gehälter nicht länger nur "im kleinsten Kreis" entschieden. Die SPD reagiert damit auf eine Kleinaktionärin, die wegen einer angeblichen Abfindung für Sommer im Umfang von 65 Millionen Euro Klage gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinen Finanzminister erhoben hat.
Der Bundesfinanzminister hatte am Vormittag im SPD-Präsidium über die Zusammenhänge berichtet, wie Ministeriumssprecher Jörg Müller berichtete. "Es handelt sich offenkundig um ein Wahlkampfmanöver", sagte Müller. Das Thema sei jetzt für den Minister erledigt, der bereits unmittelbar nach dem Sommer-Rücktritt jegliche Abfindungszahlungen dementiert hatte. Am Wochenende wurde dieses Dementi auch von Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus bestätigt. Da die Bild-Zeitung trotz des Winkhaus-Dementis die 65 Millionen zur Schlagzeile gemacht hatte, sagte Müntefering: "'Bild' bleibt 'Bild'. Die wussten schon am Sonntag, dass das nicht stimmt." (dpa) / (anw)