Arbeitsplatzabbau bei MobilCom und Schelte von der Konkurrenz

Mehrere hundert Arbeitsplätze werden bei MobilCom bereits jetzt im Rahmen eines Restrukturierungsprogrammes abgebaut.

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  • Torge Löding

Mehrere hundert Arbeitsplätze sollen beim Büdelsdorfer Telecom-Unternehmen MobilCom bereits jetzt im Rahmen eines Restrukturierungsprogrammes abgebaut werden. Das sagte MobilCom-Chef Thorsten der dpa. Bereits am morgigen Dienstag solle auf einer Aufsichtsratssitzung ein entsprechender Plan genehmigt werden. "Das Restrukturierungsprogramm muss schnell verabschiedet und umgesetzt werden", zitiert dpa den Firmenchef.

"Wir wollen jetzt zeigen, dass MobilCom im Kerngeschäft ein gesundes Unternehmen ist", sagte Grenz weiter. Nach dem Umbau solle das Provider-Geschäft lukrativer, gleichzeitig aber auch der Netzaufbau für den neuen UMTS-Standard weiter vorangetrieben werden.

Unterdessen flossen bei den Mitarbeitern am Büdelsdorfer Hauptsitz des Unternehmens erst einmal Freudentränen, als die Bundesregierung eine Finanzspritze von 320 Millionen Euro für das angeschlagene Unternehmen zusagte. Bei der Konkurrenz stieß das allerdings auf harsche Kritik. "Unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten ist diese Entscheidung höchst zweifelhaft", sagte E-Plus-Sprecher Claas Sandrock der dpa. Es sei zwar gut, wenn Arbeitsplätze erhalten würden, aber die Regierung sollte sich fragen, ob sie durch diese Maßnahme nicht einen UMTS-Betreiber in starkem Maße bevorteile.

FĂĽr alle Anbieter mĂĽssen die gleichen Wettbewerbsbedingungen gelten, forderte ein O2-Sprecher in MĂĽnchen gegenĂĽber der dpa. "Wenn die Gelder an MobilCom flieĂźen, mĂĽssen wir ĂĽberlegen, was wir tun".

Bei Vodafone/D2 in Düsseldorf hieß es dagegen: "Wir begrüßen die Unterstützung für MobilCom". Alle Dienste des Unternehmens würden wie bisher weiterlaufen. Gleichzeitig warnte eine Vodafone-Sprecherin aber: "Es muss vermieden werden, dass im UMTS-Geschäft Wettbewerbsverzerrungen entstehen". Vodafone werde genau beobachten, wie das weitere Vorgehen von MobilCom in diesem Bereich sein werde.

Wegen der zugesagten Bundes-Hilfen wollten in Düsseldorf Bauhandwerker auf die Straße gehen. Die Darlehen seien ein Skandal, kritisierte die Baugewerbe-Innung Düsseldorf. In diesem Jahr stünden über 40.000 mittelständische Betriebe mit bis zu 300.000 Mitarbeitern vor der Pleite.

An der Börse sahen Händler die am Neuen Markt gelistete Aktie von MobilCom heute früh offensichtlich als Schnäppchen: Das Papier rückte mit einem spektakulären Kurssprung von zeitweise mehr als 200 Prozent in den Mittelpunkt des Interesses. (tol)