Bundesforschungsministerin plant Wissenschafts-Portal

Edelgard Bulmahn legt ein BMBF-Strategiepapier zur Zukunft der wissenschaftlichen Information vor.

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Von
  • Richard Sietmann

Der Aufbau eines interdisziplinären Internetportals für wissenschaftliche Information soll einen transparenten, übergreifenden Zugang zu allen Datenbanken, Volltexten und Dienstleistungen der überregionalen deutschen Informationseinrichtungen schaffen. Parallel dazu will die Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn die Entwicklung, Erprobung und den Aufbau spezieller Plattformen fördern, über die sich Forscher fach- und themenspezifisch austauschen können. Beide Vorhaben sollen in den kommenden fünf Jahren in konkreten Förderschwerpunkten schrittweise umgesetzt werden.

Dies gab die Ministerin Bulmahn heute mit der Veröffentlichung des strategischen Positionspapiers Information vernetzen -- Wissen aktivieren bekannt. Zu den finanziellen Mitteln, die diesen Vorhaben zur Verfügung stehen werden, machte sie keine Angaben.

Die Forschungsministerin will jedoch in einer "Doppelstrategie" sowohl die herkömmlichen Systeme der Informationsversorgung weiterentwickeln, als auch innovative und zeitgerechte Formen des wissenschaftlichen Publizierens fördern. Dazu schließt sich die Ministerin der im März erhobenen Forderung der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) an, dass Rechenzentren, Bibliotheken und Medienzentren neue Formen der Arbeitsteilung in der Informationsversorgung finden müssen.

Mit dem Positionspapier reagiert das Ministerium auf die von ihm in Auftrag gegebene Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little Zur Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland. Das Gutachten hatte auf den Trend zur weltweiten Monopolisierung von Informationen durch wenige Verlage hingewiesen, die das öffentliche Interesse an dem ungehinderten Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gefährden könne. Strategisches Ziel der Bundesregierung sei es, so Bulmahn, den Zugang zur weltweiten wissenschaftlichen Information zu fairen Bedingungen sicherzustellen. "Die freie Informationsversorgung ist ein zentraler Bestandteil unseres Bildungs- und Forschungssystems und muss daher gesichert und weiter optimiert werden." (Richard Sietmann) / (anw)